Palmarum

Eucharistie – Sonettenkranz

XI

Wird mir zur Nahrung, wird mir Lebenskraft
Auch jedes Mahl, bei dem ich je gesessen,
Und wird es, hätt ich auch den Dank vergessen,
In mir zu Fleisch und Blut und Körpersaft,

Kann doch die feinste Speise sich nicht messen
Mit jenem Mahl, das selbst in Kerkerhaft
Und in Verbannung Gottes Nähe schafft –
Mit jenem Mahl, das wir am Altar essen.

Zwar ist es stofflich nichts als Brot und Wein,
Doch Du, mein Jesus, hast das Mahl gewandelt
In Dich, und Dich gestellt in Brot und Trauben.

Du bists – ich will es unbewiesen glauben.
Du, der All-Eine, der aus Liebe handelt –
Du bist in mir. So kann ich in Dir sein.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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