Antiphon und fünf Hymnen zu Fronleichnam

Thomas von Aquin hat sie geschrieben.
Jede dieser Hymnen ist mehrfach ins Deutsche übertragen. Mir gefallen diese Übertragungen alle nicht sonderlich, und so habe ich mir selbst die Mühe gemacht.

Pange lingua – vor allem die letzten beiden Strophen, das Tantum ergo – ist wohl der berühmteste Hymnus des Aquinaten.
Meine Übertragungen der Antiphon und der übrigen vier Hymnen sind unten verlinkt.

Singe, Zunge, das Geheimnis
dieses Leibes, hochverehrt,
teuren Blutes, das vergossen
für die Welt zum Lösegeld
von dem Sproß aus edlem Leibe –
Er ist aller Völker Fürst.

Uns gegeben, uns geboren
aus der Jungfrau, unberührt,
ist Er in die Welt gekommen,
ausgestreut als Wortes Saat,
der auf wunderbare Weise
abschloß Seines Bleibens Zeit.

In der Nacht des letzten Mahles
da Er bei den Brüdern saß,
als durch vorgeschriebne Speisen
das Gesetz war ganz befolgt,
gab der Zwölferschar zur Speise
Er sich hin mit eigner Hand.

Wort ist Fleisch, in Seinem Worte
wird zu wahrem Fleisch das Brot,
wird der Wein zum Blute Christi.
Wo zu klein ist der Verstand,
um das reine Herz zu stärken,
reicht allein der Glaube hin.

Kniend wollen wir verehren
dies so große Sakrament,
Und nun soll die alte Lehre
weichen einem neuen Brauch:
Übertreffen soll der Glaube
den verfinsterten Verstand.

So dem Vater wie dem Sohne
gelte Lob und Jubelruf,
Ihm gehört das Heil, die Ehre,
Ihm gehört der Segen auch.
Dem, der von den beiden ausgeht,
sei der gleiche Lobgesang.

Amen. Alleluia.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Sacris Solemniis
Adoro Te devote
Verbum Supernum
Lauda Sion
Antiphon zu Fronleichnam

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Antiphon und fünf Hymnen zu Fronleichnam

  1. akinom schreibt:

    „Kniend wollen wir verehren
    dies so große Sakrament,
    Und nun soll die alte Lehre
    weichen einem neuen Brauch:
    Übertreffen soll der Glaube
    den verfinsterten Verstand.“

    Welch unglaubliche Brotwunder, die nicht nur 5000 speiste und 12 Apostel! Wie kann der „verfinsterte Verstand“ durch den Glauben in einem „neuen Brauch“ übertroffen werden?
    Überaus kühn und für mich geradezu atemberaubend lasse ich mich auf dieses Ansinnen ein: Freitags „treffe“ ich mich im Herzen bei der Eucharistischen Anbetung in unserer Pfarrkirche St. Viktor zu einem „Rendezvous“ mit allen, denen ich ein unkündbares Gebets-Abo geschenkt habe.
    Ich lege sie IHM auf dem Altar und bitte um ein neues Brotwunder. Möge Jesus mich für den nächsten Kommunionempfang in SEINEM Blut waschen und meine Hostie „mit eigner Hand“ an sie alle austeilen.

  2. akinom schreibt:

    Wie hat Ihnen unser „Rendezvous“ in St. Viktor gefallen, Frau Sperlich? Möge das Sandmännchen Ihnen frohe, (ent)spannende Träume davon schicken
    Gute Nacht!

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