Corpus Christi

Wort ist Fleisch, in Seinem Worte
wird zu wahrem Fleisch das Brot,
wird der Wein zum Blute Christi.
Wo zu klein ist der Verstand,
um das reine Herz zu stärken,
reicht allein der Glaube hin.

So heißt es bei Thomas von Aquin.

Die Herrenworte der Einsetzung können wir nicht wirklich verstehen. Wir wissen ja, ohne jeden Zweifel, daß Brot nicht Menschenfleisch ist und Wein nicht Menschenblut, wir wissen auch, daß Brot und Wein ihre Gestalt behalten.

Allein der Glaube ist hinreichend, um die Wandlung anzuerkennen – aber kein blinder Märchenglaube, der den Priester als gütigen Zauberer sieht, sondern nur das feste Vertrauen auf Gott, der sich hergibt und ausliefert, ohne Seine Größe einzubüßen.

Gott gibt Nahrung, gibt die ganze Welt – so war es immer. Er gibt sich selbst, indem Er sich zu einem Teil dieser Welt macht, sich verbrauchen läßt – so ist es seit dem letzten Abendmahl, dem ersten Herrenmahl. Diese Hingabe ist vollkommen. Der Allmächtige macht sich wehrlos und verletzlich. Er wird zur meßbaren Größe, läßt sich essen, wird als Nahrung zu unserem Fleisch und Blut. Er läßt sich im Tabernakel einschließen. Er wehrt sich nicht gegen Frevel. Er läßt zu, berührt zu werden von Menschen, auch wenn sie nur aus Konvention und ohne Überlegung an Seinen Tisch gehen. Er macht nicht unmöglich, die Eucharistie unwürdig zu empfangen, die Hostie achtlos zu behandeln oder zu schänden.

Er wird nicht vermindert, Er bleibt sich gleich, tausendfach geteilt, tausendfach verzehrt – unverändert. Er ist nicht im Brot, nicht im Wein, sondern das Brot ist Er, der Wein ist Er – Jesu Leib und Blut, Jesu schlagendes Herz.

Die Eucharistie bedeutet nicht Gott, sie ist Gott – und Gott nährt Seine Kinder mit sich selbst.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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