Und wenn die Christen nicht mitmachen?

In den deutschsprachigen Ländern wird mit Leidenschaft über neue Definitionen von Ehe (Wer mit wem und wie vielen? Egal!), weiter gefaßte Grenzen der Sexualität (Mit Pferden nur, wenn die auch wollen!) und größere Toleranz allenthalben (Aber nicht gegenüber der Kirche! Die ist ja selber nicht tolerant!) diskutiert. Das Ende ist offen, aber es gibt eine deutliche Neigung zu immer mehr Toleranz gegenüber vielem, was nach kirchlicher Lehre falsch ist, und immer weniger Toleranz gegenüber allem, was die Kirche überhaupt und die katholische Kirche im Besonderen sagt.

Was würde sich eigentlich für Katholiken ändern, wenn Ehemodelle für gleichgeschlechtliche Paare oder zwischen mehr als zwei Menschen oder zwischen nahen Verwandten gesetzlich erlaubt würden?

Zunächst ändert das für die Gemeinschaft der Gläubigen gar nichts. Die Möglichkeit einer nach katholischer Auffassung falschen standesamtlichen Verbindung hat keinen Einfluß auf das Kirchenrecht – ebenso wenig wie Möglichkeit, nach weltlichem Recht als Geschiedener eine neue Ehe zu schließen.

Man könnte also sämtliche homo-, poly- und sonstwiegamen Modelle als etwas einem katholischen Christen (und den meisten anderen Christen auch) Unmögliches ansehen, das es eben gibt in dieser Welt – ebenso wie es Kulte gibt, die gesetzlich erlaubt, aber kirchlicherseits verboten sind. Man könnte sagen: Es gibt zivilrechtliche Vereinbarungen, die nach dem Kirchenrecht verboten sind – und damit gut. Es geht den Staat nichts an, daß ich keine von der Kirche verbotene Partnerschaft eingehe bzw. es auch dann nicht täte, wenn ich es irgendwie wollte.

Allerdings bringt eine vollkommene Gleichstellung aller irgendwie -gamen und -amoren Lebensmodelle eine Ausweitung des Adoptionsrechts mit sich. In der Diskussion höre ich oft, daß ja Heimkinder in jedem Fall lieber bei irgendwelchen Eltern leben möchten als im Heim, wenn sie nur geliebt werden. In der Nachbarschaft meiner Eltern lebte ein schwules Paar mit drei Kindern, zwei Jungs und ein Mädchen (nach US-amerikanischem Recht adoptiert), die fröhlich und normal und süß waren und liebevoll erzogen wurden.
Ich halte es mittlerweile trotzdem für falsch, das Adoptionsrecht so weit zu liberalisieren. Die traditionelle (und von der menschlichen Natur vorgegebene) Konstellation Vater, Mutter, Kind ist meiner Ansicht nach unschlagbar. Männer und Frauen sind, so unsäglich altmodisch das wirken mag, nicht von völlig gleicher Wesensart. Körper und Seele hängen zusammen; das schlägt sich auch in der Art des Denkens und Empfindens nieder. Männliche und weibliche Intelligenz und Empathie geht, trotz der sehr großen Überschneidungen, nicht verschieden wertvolle, aber sehr wohl verschiedene Wege. Beide Betrachtungsweisen und Denkungsarten prägen das Kind. Es kann nicht gut für das Kind sein, in der Entwicklung nur von einer der beiden geprägt zu werden.

Sodann wird die Frage nach der Leihmutterschaft sich bei homosexuellen Partnerschaften öfter stellen, und über kurz oder lang wird Leihmutterschaft dann auch in Deutschland legal (bis dahin kann man auf andere Länder ausweichen). Das bedeutet: das so entstandene Kind kennt persönlich höchstens ein biologisches Elternteil; Zeugung, Lust und Liebe sind vollständig voneinander entkoppelt. Das ist keine gute Ausgangsposition für die Entwicklung einer fröhlichen und lebensbejahenden Sexualität.

Nun wird aber die Aussage „Ich finde die katholische Sexuallehre richtig“ sehr oft von Menschen, die das nicht finden (also von der Mehrheit) interpretiert als „Ich finde Menschen, die sich nicht daran halten, verabscheuungswürdig“. Das ist Unsinn (vgl. KKK 2357-2359), und fast allen praktizierenden Katholiken ist klar, daß sie mit dem Haß auf irgendeinen Menschen eine schwere Sünde begehen würden. Aber das ändert nichts an der Verbreitung irriger Annahmen über Christentum und Kirche.

Nun geht zwar das Leid des kirchenfernen Nächsten selbstverständlich jeden Christen etwas an, aber weltliche Gesetze hat er nur dann zu befolgen, wenn sie dem Glauben nicht widersprechen. Ein Katholik darf nicht dem Gottkaiser opfern, auch wenn es gesetzlich geboten wird (wie in Nordkorea), und er hat der katholischen Moral- und Sexuallehre zu folgen, auch wenn gesetzlich andere Lebensweisen erlaubt und gefördert sind.
Wenn nun die Gläubigen diese ganze Genderei nicht mitmachen? Wenn sie ohne jeden Abstrich Kirche bleiben, missionarisch tätig, auch dann, wenn es verboten werden sollte, lehramtstreu und menschenfreundlich, komme was wolle? Wenn die Kirche klar und laut und begründet sagt, was sie von Genderkrempel und beliebigem Eheverständnis hält, im übrigen dem Bundestag und Bundesrat gibt, was Bundestag und Bundesrat gebührt (also auch Widerworte)? Und auch noch dann, wenn Gerechtigkeit, Vernunft und Demokratie in der weltlichen Regierung gänzlich aufhören?

Auch wenn sich das aus noch behaglicher Position leicht sagt – ich meine, es lohnt. Eine Kirche, die gegen alle Widerstände tapfer bekennt, missioniert, betet, lehrt, liebt, hilft und Gott preist, hat etwas Verlockendes – nicht nur für ihre Mitglieder.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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28 Antworten zu Und wenn die Christen nicht mitmachen?

  1. BarachRaban schreibt:

    Zum einen hat ja eine durchaus mögliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften (hin bis zum vollen Adoptionsrecht) durch den Staat nichts mit dem römisch-katholischen Verständnis der Ehe (für ihre Mitglieder) zu tun, was leider in fast allen Diskussionen wissentlich übergangen oder schlicht nicht bedacht wird, zum anderen bin ich davon überzeugt, daß – zumindest in der europäischen römisch-katholischen Kirche in nicht allzu ferner Zukunft der Weg zurück zu einer Überzeugungskirche – weg von einem „das war doch immer so“ – Phänomen beginnt.

    Das finde ich aber weder schlimm noch beängstigend; im Gegenteil, es macht mich neugierig und bietet eine Herausforderung, den Glauben im Alltag zu leben.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Willkommen auf diesem Blog, BarachRaban. „Zum einen“ habe ich in diesem Artikel erklärt. „Zum anderen“ hoffe auch ich, daß die Kirche wieder zu einer Überzeugungskirche mit klarer Ansage wird. Wir kommen da nur zu verschiedenen Schlüssen.

      • BarachRaban schreibt:

        Ich halte es für möglich, daß sich die Kirche, unabhängig davon, ob römisch – katholisch oder evangelisch – landeskirchlich, „gesundschrumpfen“ können, wieder zu dem werden, was du ja auch ansprichst, nämlich einer Kirche von Überzeugten.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Vielleicht ist es schlimm für Dich, aber es könnten solche Überzeugten sein wie ich. Die der Lehre Jesu und der Lehre der Kirche folgen – und dabei kein jod des Gesetzes verlieren wollen.

      • BarachRaban schreibt:

        Das halte ich nicht für schlimm, denn die „Kirchen“ von heute hat Jesus ja nie im Sinn gehabt. Seine Botschaft war ja, daß seine Jünger zu Lebzeiten ihm in das Reich folgen werden.
        Die Kirchen sind – weil von Menschen organisiert – immer fehlerbehaftet.
        Oder siehst du das anders?

      • akinom schreibt:

        Ganz sicher gibt es so viele Wege in den Himmel, wie es Menschen gibt. Aber eine Kirche mit so vielen Überzeugungen wie Mitglieder wäre nicht SEINE Kirche und die Überzeugungen wären Irrwege. Dennoch geht ER als der wahre Bessserwisser nach SEINER Facon auch Irr- und Umwege mit : Meine, Ihre und auch die von Claudia Sperlich. Einverstanden?

      • BarachRaban schreibt:

        Selbstverständlich.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Was von Menschen kommt, ist immer fehlerbehaftet. Was von Gott kommt, ist immer perfekt.
        Die Kirche kommt zwar von Gott – Jesus hat sie ja mit seinen Worten „Du bist Petrus, Fels, und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen“ gestiftet. Aber die Menschen in ihr sind Sünder, eben weil sie Menschen sind.
        Ich kann akinom nur zustimmen.

  2. akinom schreibt:

    Mögen viele die „Verlockungen der Kirche“ sichtbar machen und ihnen folgen und dabei dem „Kaiser geben, was des Kaisers ist“! Achtung! „Feldherren sind nicht mehr an der Uniform zu erkennen! Auch „Feldherr“ Claudia Sperlich geht voran! Danke!

  3. Neko schreibt:

    *seufzt* Ich halte mich ja normalerweise aus sowas raus, weil man über den Glauben einfach nicht diskutieren soll, aber hier muss doch eine Kleinigkeit loswerden.
    Es gibt keine von der Natur festgelegte Familienordnung Vater, Mutter, Kind. Der Mensch selbst ist ein Rudeltier und das ist auch der einzige Grund warum sich Familien überhaupt so entwickelt haben wie wir sie kennen. Dabei hat sich die Grundstruktur über die Jahre immer wieder stark geändert. Aber im Grunde gibt es immer noch ein Alphatier und einige andere. Je nach Größe der Gruppe. Hier muss ich dann einwerfen, dass der Mensch ja für sich in Anspruch nimmt, lieben zu können wie es auch Jesus gesagt hat. Im übrigen hat der niemals gesagt „Liebe deinen nächsten, aber nur solange es sich um das andere Geschlecht handelt.“
    Das ist eines der lustigen Paradoxe in der Kirche. Liebe wird zwar hoch geschätzt und gepredigt, aber wenn sich dann zwei Frauen oder zwei Männer wirklich lieben, dann ist das wieder „falsch“.
    Naja ich bin jedenfalls das los geworden was ich loswerde wollte und jeder darf glauben was er/sie/es will und wenn es ein fliegendes Spagehttimonster ist.
    schnurrig
    Neko

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Dein „Im übrigen hat der niemals gesagt…“ wirkt auf mich, als wollest Du behaupten, alles, was nicht mit Sex zu tun hat, sei keine Liebe.
      Was Er allerdings auch gesagt hat, ist, daß kein jod – kein Jota, kein kleinster Buchstabe – vom Gesetz verlorengeht.

      • Neko schreibt:

        Ganz im Gegenteil! Ich find es absolut bescheuert dass Sex immer mit Liebe gleichgesetzt wird. Wenn man nun allerdings Sex aus der Gleich entfernt, hat due Kirche kein Bein mehr auf dem sie stehen könnte im Bezug auf die Homosexualität. Den in dem Fall spielt es keine Rolle mehr ob es sich um Mann und Frau oder Mann und Mann oder Frau und Frau handelt.
        Kinder kommen dort in ein liebendes Zuhause und das ist dich das was am Ende nun wirklich zählt.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Die katholische Kirche sieht die Leiblichkeit des Menschen als besonderes Geschenk. Der Leib ist nach ihrer Auffassung Tempel Gottes. Die kirchliche Sexualmoral sagt im Grunde nur: Geschlechtliche Liebe ist so überaus edel, daß sie nur mit äußerster Achtsamkeit und nur in dem „heiligen Bezirk“ der Ehe stattfinden darf.

    • Wenn zwei Frauen oder zwei Männer sich wirklich lieben, heißt das nicht, dass sie Sex miteinander haben müssen.
      Liebe ist nicht gleich Sex.
      DAS finde ich falsch, nicht die Liebe.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Willkommen, Isabella – und Dank für diesen Kommentar. Man kann es wohl nicht oft genug herausstellen, daß Liebe und Sex zwei Dinge sind, die zusammenfallen können, aber nicht müssen – und nicht nur nach katholischer Lehre nicht immer zusammenfallen dürfen.

  4. Claudia Leitner schreibt:

    Schönen Dank für den Artikel – es befinden sich einige interessante Punkte darin. Ich möchte mir trotzdem ein paar Anmerkungen dazu gestatten:
    1. In der Debatte über die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paar wird immer von einem Dammbruch gesprochen, der die Öffnung für polyamore und zoophile Beziehungen nach sich zieht. Das steht aber überhaupt nicht zur Debatte und ist – wenn überhaupt -ein ganz kleines Minderheitenprogramm. Die Insinuierung des Letzteren dient auch offensichtlich nicht der Debatte sondern ausschließlich der gezielten Demütigung und Erniedrigung homosexueller Menschen.
    2, Das Argument des „Adoptionsrechts“, das einer Öffnung unabdingbar folgen würde ist ebenfalls ein häufiges Argument verkennt aber, dass es ein solches Adoptionsrecht ohnehin nicht gibt. Adoptionen sind immer individuelle Entscheidungen, die von vielen Kriterien abhängen. Ein taubstummes Ehepaar könnte z.B. ebenfalls keine Kinder adoptieren. Wenn – wie Sie glaubhaft darstellen – ein Zusammenleben mit beiden Geschlechtern für Kinder vorteilhaft ist, dann wird das bei der Auswahl geeigneter Eltern ohnehin ein Kriterium sein und es gibt eben viel viel mehr Adoptionswillige als Kinder. Völlig anders sieht das natürlich bei der Stiefkindadoption aus – hier ist aber – vom Kindeswohl her gesehen – eindeutig die Adoption eher ein Vorteil als ein Nachteil für das Kind.
    3. Sie betonen, dass es für einen Katholiken – völlig unabhängig von der Gesetzgebung – verpflichtend ist die katholische Sexuallehre zu befolgen. Das ist sicher richtig und auch zu respektieren und wird auch respektiert. Problematisch wird es aber, wenn daraus auch die Forderung erhoben wird, dass christliche Politiker bei politischen Entscheidungen, die ja alle betreffen – nach diesen Kriterien vorgehen müssen. Exemplarisch sieht man das an Kardinal Ratzingers Erwägungen zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaft. Denn hier wird keinesfalls – wie immer fälschlich behauptet – nur die Gleichstellung dieser Partnerschaften mit der Ehe (über die man durchaus geteilter Meinung sein kann) verurteilt und verworfen, sondern jegliche Anerkennung solcher Partnerschaft. Im Gegenteil, Ratzinger zeit durchaus Sympathie dafür solche Partnerschaften zu verbieten wohl wissend dass ein solches Verbot unmöglich mit jener Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar wäre, die auch in Deutschland Verfassungsrang hat.
    4. Grundsätzlich muss es jedem Menschen erlaubt sein, seinen Glauben zu leben und sein Verhalten danach auszurichten. Davon völlig unbeschadet ist jedoch die Verpflichtung die Gesetze zu respektieren. Gerade in christlichen Foren und von christlichen Politikern wird immer und immer wieder verlangt, dass sich die Muslime vorbehaltlos unserer Rechtsordnung beugen müssen. Dasselbe muss man auch von Katholiken verlangen können.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      1. Es gibt zur Zeit Debatten bei Grünen und Linken, die eine weitere Öffnung der „Ehe für alle“ zum Inhalt haben.
      2. Die Möglichkeit zur Adoption für homosexuelle Paare wird ebenfalls aus gleicher Richtung klar gefordert.
      3. Ein Katholik hört nicht auf, Katholik zu sein, wenn er ein öffentliches nichtkirchliches Amt bekleidet. Es wird auch von niemandem gefordert, seine Überzeugung zu verleugnen. Die Äußerung, daß eine Sache, die legal ist, besser nicht legal sein sollte (und umgekehrt), ist nicht verboten, solange sie keinen Aufruf zur Straftat beinhaltet.
      Benedikt XVI. hat in Deutschland niemals, auch nicht als Kard. Ratzinger, ein politisches Amt bekleidet. Damit stehen seine Aussagen zur Politik nicht in Konkurrenz zu Aussagen maßgeblicher Politiker in Deutschland, sondern können als Hinweis, als Kommentar oder Mahnung verstanden werden. Dazu ist jeder befugt.
      4. In dem Augenblick, wo Gesetze etwas verlangen, was meinem Gewissen nicht vereinbar ist (z.B. dem Gottkaiser zu opfern oder, näher an den jetzigen Gegebenheiten in Deutschland, das Christentum öffentlich nicht mehr zu zeigen oder zu erwähnen), werde ich hoffentlich den Mut finden, die entsprechenden Gesetze zu brechen. Dem Naturrecht widersprechende Gesetze müssen gebrochen werden. Das muss man auch von Nichtkatholiken verlangen können.

  5. Claudia Leitner schreibt:

    „…der, näher an den jetzigen Gegebenheiten in Deutschland, das Christentum öffentlich nicht mehr zu zeigen oder zu erwähnen..“ Na dann bete ich mal dafür, dass Sie diesen Mut nie aufbringen müssen und dass es solche Gesetze in Deutschland nie geben wird.

    • akinom schreibt:

      Die „Waffe“ Gebet ist scharf! Lassen Sie sie nicht rosten. Nur darf es nicht resigniert heißen: „Da hilft nur noch beten!“ sondern „Beten hilft!“ Zum Thema Liebe und Sexualität möchte ich ergänzen: Ich suche dringend einen 2. Mann! Der meine, mit dem ich 41 jahre verheiratet bin,ist ein handwerkliches All-round-Genie. Doch kann er nicht helfen, wenn ich dringend einen PC-Psychiater benötige…

  6. Wolfram schreibt:

    Vieles von dem, was du noch in der Möglichkeit storm einer eventuellen Zukunft schreibt, ist hier in Frankreich bereits Realität. Inklusive Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare, und – EuGfM sei Dank – auch mit Leihmutterschaft. Die ist allerdings so neu auch nicht, wie die Genesis beschreibt…

  7. FM´s Leben schreibt:

    Ich finde deinen Artikel gut, denn er beschreibt genau das was momentan auch an meiner Schule diskutiert wird. An einer katholischen Schule gibt es immer ein paar die katholischer sind als andere und als Protestant darf man sich dann in diese Kircheninterne Diskussion nicht einmischen, dass möchte ich auch nicht tun, ich möchte dich lediglich auf einen Punkt hinweisen den die meisten leider immer wieder vergessen:
    Es gibt Kinder die nur noch bei einem Elternteil leben, sei es da sich die Eltern geschieden haben, einer der beiden nicht mehr in derselben Stadt lebt oder vielleicht sogar im Krieg ist. Diese Kinder wachsen auch nur mit einem Elternteil auf, welches Ihnen dann die Wesensart seines Geschlechtes nahelegt, während das andere zurücksteckt, so wie wenn ein gleichgeschlechtliches Paar ein Kind bekommt, natürlich gibt es für diese Kinder immer noch die Möglichkeit sein anderes Elternteil zu treffen und von diesem seine Wesensart zu lernen, aber dies kann auch bei Homosexuellen Paaren stattfinden.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Willkommen auf diesen Seiten, FM’s Leben.
      Es steht außer Zweifel, daß es immer Kinder geben wird, die bei nur einem Elternteil aufwachsen, sei es aufgrund von Scheidung oder weil sie Halbwaisen wurden. Das berührt aber diese Diskussion gar nicht – denn es geht da ja nicht um etwas, was angestrebt wird. Niemand wird gezielt darauf hinarbeiten, daß Ehen geschieden werden oder Ehegatten sterben.
      In dieser Diskussion geht es aber um das gezielte Anstreben eines neuen Adoptionsrechtes.

  8. Zwetschgenkrampus schreibt:

    Nur zu einem Randthema der obigen Diskussion: Polygamie bzw. Polyandrie sind ja bekanntlich nicht neu, interessanterweise auch vor einem durchaus christlich geprägten Hintergrund. Im alten Österreich – dessen Rechtsnachfolger ich bewohne – hatten wir ja schon ganz offiziell die Polygamie für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe gestattet, nämlich für die Muslime, die in den „Reichslanden“ Bosnien und Herzegowina wohnten. Für andere „Religionsverwandte“ gab es die Polygamie höchstens inoffiziell, á la Schnitzlers „Reigen“. Polyandrie wurde im Abendland meines Wissens immer nur inoffiziell praktiziert – BISHER. Betr. Frankreich – fille ainée de l’église usw. usf. – gibt es sogar die Ansicht, förmliche Ehen seien im Besitzbürgertum und dem Adel v.a. geschlossen worden, um die Besitznachfolge deutlich zu regeln; für die Angelegenheiten des Herzens trafen Monsieur und Madame dann jeweils ihre eigenen Arrangements – separat. Also, das nenne ich Kuchl-Soziologie.

    Betr. Kinder mit mehr Eltern als zwei: Nu, man könnte sagen, es sei dies eine Rache der Geschichte. In der Generation meiner Eltern hatte fast ein Drittel der Kinder Kriegsverluste im familiären Umfeld erlebt: Der Vater, der Onkel, der Bruder, der Sohn kam nicht mehr zurück, die Kinder wuchsen als Halbwaisen auf. Jetzt schlägt das Pendel indie andere Richtung, und das mit Verve. Wir werden sehen, welche Nachteile DIESE Variante mit sich bringt.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Interessant! Österreich ist ja immer wieder für eine Überraschung gut.

      Vielleicht gibt es auch einen Zusammenhang zwischen den vom Krieg zerstörten Familien und der scheidungsanfälligen nächsten Generation.

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