Zweifeln kann ich auch ohne Jamben!

Es müssen nicht immer fünfhebige Jamben sein. Amphibrachys geht auch, jedenfalls, wenn das Sonett einem anders gerade nicht einfällt. Auch wenn das natürlich sehr zweifelhaft ist.

Zweifelherz

Du kennst meine Sünden, Du weißt,
Was ich immer wieder verfehle,
Die Irrwege, die ich erwähle,
Trotz allem, was Du mir verheißt.

Halt fest, daß kein Dämon mir stehle
Mein Herz, das die Sehnsucht zerreißt
Nach Jesus, nach Heiligem Geist –
Sei Licht meiner düsteren Seele.

Ich will doch nichts andres als Dich
Und glaube in glücklichen Stunden,
Zu Dir hab ich endlich gefunden.

Dann seh ich mich selber mit Grauen –
Und wann darf ich Dich endlich schauen?
Der alle liebt – liebt Er auch mich?

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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6 Antworten zu Zweifeln kann ich auch ohne Jamben!

  1. BarachRaban schreibt:

    Der Glaube und die Hoffnung beantworten deine Frage mit einem vertrauensvollen Ja.

  2. akinom schreibt:

    „Der alle liebt – liebt Er auch mich?“ Das anzuzweifeln, kann ich mir bei Claudia Sperlich nicht vorstellen. Wohl vorstellen kann ich mir solche Zweifel aufgrund (scheinbar) ungehörter Gebete und Wünsche. Doch auch „harte Gnaden“ sind Gnaden und Gnaden Liebesgaben.
    Schauen wir glaubend darauf, lösen sich solche Zweifel gewiss in Nichts auf. Oder?

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Zweifelmomente kenne ich durchaus.
      Aber die Auflösung folgt immer, genau so wie Du sagst. Der Anlass für dies Gedicht ist schon eine Weile her.

  3. Also das Gedicht ist dann amphibrachial – welch wonniges Wortungetüm!

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