Der österreichische Papst

Vor 101 Jahren starb Pius X., der Heilige, dessen Gedenktag die katholische Kirche heute begeht.

Sein Kampf gegen den Modernismus und sein tiefes Mißtrauen gegenüber allem, was nach Ökumene aussah, werden ihm heute von vielen nachgetragen – andere, wie die Piusbruderschaft, interpretieren ihn in einer Weise, die sie von der katholischen Kirche trennt.

Pius X. war kein Intellektueller. Er hatte ein einfacher Gemeindepfarrer bleiben wollen, nahm die Ernennung zum Bischof und die Wahl zum Papst demütig an (allerdings nicht ohne den Versuch, sie abzuwenden) und blieb seiner selbstgewählten Aufgabe aus Gemeindepfarrerzeiten treu in seinem Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

Ihm ist zu verdanken, daß der häufige Empfang der Eucharistie für Laien nicht nur möglich, sondern von der Kirche ausdrücklich erwünscht ist – in meinen Augen ein unschätzbares Verdienst.

Bei einer Eucharistiefeier über seinem Grab im Petersdom soll der Altar nach Rosen geduftet haben.
In der St-Johannes-Basilika in Berlin ist eine Büste in der Wand verankert. Ich finde in diesem ernsten Gesicht Güte ebenso wie Strenge und große Stärke.

Rosen
Hl. Pius X
Rosen

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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