Zweifeln und dichten

Zweifeln kann jeder, muß jeder, darf jeder, wird jeder irgendwann.
Das Gute an Zweifeln ist, daß sie oft zum Nachdenken führen. Und manchmal zum Dichten.

Vier Stimmen in der Messe

… bekennen wir, daß wir sündige Menschen sind…
Meinst du, das hilft dir?
Herr, nimm das von mir,
sag mir, was wahr ist!

Glaubst du, dich hört wer?

… Der allmächtige Gott erbarme sich unser…
Verdienst du Erbarmen?
Herr, wo bist Du?
Hörst Du mich nicht?

Wer soll dich hören?
Nur Illusion.

… Erhebet die Herzen…
So, Herz beim Herrn?
Bei welchem?
Herr, bist Du überhaupt da?
Wartest im Ernst
auf eine Antwort?

… denn am Abend, da Er verraten ward…
Ja, traurig.
Und nun ist er tot.
Gott, nimm das weg von mir!

… Das ist Mein Leib, der für euch hingegeben wird…
Herr, Du bist hier,
bist leiblich hier,
ich fühl es im Herzen.

Einbildung. Irrsinn.
Such einen Arzt auf.
Herr, nimm den Satan
aus meinem Herzen!
Gib mir, was zu Dir führt!
Hilf!

… Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt…
Brot. Einfach nur
ein Stück Brot,
zu klein, um zu sättigen.
Herr, ich bin nicht würdig…
Du bist erbärmlich.
Herr, hab Erbarmen!

… Christi Leib, für dich gegeben…
Und wenns so wäre,
du bists nicht wert.
DU BIST MEIN KIND.
Herr, meine Zweifel bleiben.
Stark ist der Satan.
ICH BIN STÄRKER.
ICH LIEBE DICH.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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