Ich sagte, ich werde berichten.

Indymedia, die Plattform für Spitzel, Blockwarte und Killer – wie bereits gesagt.

Verfasst von: ag-remi. Verfasst am: 04.11.2015 – 17:37. Orte: Berlin.

wir haben letzte nacht im wedding ein wisag (wisag.de) auto angezündet. wisag ist ein führender dienstleister in sachen facility managment & security diensten, ob bvg-security-schweine oder flughafen, die liste an einrichtungen wo wisag mit verdient ist lang. in zeit in denen jede nacht rassistische angriffe stattfinden, gilt es nicht nur die nazistrukturen zubekämpfen, sondern auch die profitierenden des institutionalisierten rassismus – in form von abschiebungen oder fahrschein-konrollen – zu benennen und anzugreifen.

Facility Management. Früher hieß das Hausmeister und Putzfrau.
Indymedia-Nutzer propagiert die Verbrennung von Hausmeistern und Putzfrauen (doch, ja, wer auf diese Weise Autos und anderes verbrennt, ist grundsätzlich bereit, den Tod der Nutzer in Kauf zu nehmen), natürlich nur, um eine Gesellschaft aufzubauen, in der Hausmeister und Putzfrauen die gleichen Rechte haben wie Autoabfackler, oder so ähnlich.

Nein, ich werde kein Schimpfwort benutzen. Ich werde den Irren (Diagnose, nicht Schimpfwort) gleich mit in die Komplet nehmen und mich trotzdem ärgern, daß ich ihm keine Watschen verabreichen kann und es nicht mal dürfte, wenn ich könnte. Ich denke differenziert genug, zu merken, daß meine schlechten Gefühle sich nicht in noch schlechteren Taten Bahn brechen dürfen.

Ob ich allerdings im Falle der Begegnung mit einem Brandstifter fähig bin, meine christlichen Grundsätze sehr streng zu befolgen, kann ich nicht sicher sagen.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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14 Antworten zu Ich sagte, ich werde berichten.

  1. Klaus Ebner schreibt:

    Ich denke es geht da wohl mehr ums Auto anzünden als um den Sinn dahinter, genau wie es an Sylvester ums Knallen geht und nicht um irgendwelche spirituelle Dinge. Extrem linke wie auch extrem rechte Gewalt ist präsent aber doch wohl noch ein Randgruppen Phänomen. Das Grundproblem unserer Gesellschaft ist, dass Menschen verschiedener Meinung nicht mehr miteinander reden sondern nur mehr miteinander schreien.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Gegen diese halbwegs beruhigende These sprechen die explizite Bedrohung von Josef Bordat sowie der Tenor von Indymedia. Abgesehen davon ist es, wenn man ermordet wird oder auch „nur“ vorerst das Auto abgefackelt wird, ziemlich wurst, ob die Täter viel oder wenig Sympathie genießen.
      Es geht auch nicht um das „miteinander nicht mehr“ reden. Zur Verweigerung gehören zwei, und hier verweigert sich nur eine Seite. Die der Zündler.

      • Klaus Ebner schreibt:

        Ich möchte das doch ein wenig präzisieren. Und es einfach am Beispiel von Josef Bordat anführen. Ich lese seinen Blog schon länger und hab auch schon mit ihm gemailt. Ich teile selten seine Ansichten, habe aber großen Respekt vor seiner Sachkenntnis, der Präzision seiner Argumentation und seinem Engagement. Ich finde es ungeheuerlich, dass er auf diese Art bedroht wurde und wünsche ihm persönlich alles Gute.

    • Wolfram schreibt:

      Herr Biedermann? Passen Sie auf, wem Sie Streichhölzer leihen…

    • Theodred schreibt:

      Gemessen an der Bevölkerungszahl waren die Anschläge, Morde und „Aktionen“ der 20er und 30er in Spanien, Weimarer Republik, Mexiko, Türkei etc. auch sehr gering.
      Das ändert nichts an der Tendenz. Gerade Linksradikalismus hat dem letzten Bericht zufolge drastisch an Gewaltbereitschaft zugelegt – während die Initiativenförderung vom Bund dank der Familienministerin abgestellt wurde und die Medien sehr verhalten oder meist verschleiernd berichten (man lese sich durch, wie toll die Maiproteste mittlerweile sind – weil es nicht mehr 200 sondern „nur“ noch 120 verletzte Polizisten sind, die den Mist ausbaden dürfen).
      Es gab mal den berühmten Satz „wehret den Anfängen“ – ich fürchte, den Zeitpunkt haben wir in beide Richtungen verpasst.

  2. Neko schreibt:

    *schmunzelt* Ich denke zwar, dass der Schritt on Sachbeschädigung zu Mord und Totschlag doch eher gravierend ist, kann aber der grundlegenden Aussage nicht widersprechen.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Wie ich oben sagte: Brandstiftung ist immer Inkaufnahme des Todes anderer Menschen. Ausnahmslos. Denn bei Bränden können Menschen umkommen. Denk an den Brand bei Frau v. Beverfoerde – der nicht nur das Auto zerstört hat, sondern auch einen Teil des Gebäudes. Denk an die Drohung gegen Josef Bordat, eine explizite Morddrohung, die im Tenor haargenau vergleichbar ist.
      Machen wir uns nichts vor. Ich habe keine Panik und erstaunlicherweise nicht mal Angst. Aber ich habe nicht vor, mir die Augen zuzuhalten.

      • Neko schreibt:

        Es ist trotzdem ein Unterschied ob man sich das töten explizit vornimmt oder es das unschöne Begleitereignis einer anderen Tat ist. Natürlich kann ein Brandanschlag zugleich auch absichtlicher Mord sein. Allerdings haben es Brandstifter in den wenigsten Fälle auf Mord abgesehen.
        Aber, darüber sollen sich die Juristen streiten.

    • akinom schreibt:

      Natürlich ist der Unterschied zwischen Sachbeschädigung und Mord/Totschlag gravierend. Aber wer zieht die Bremse, wenn Sachbeschädigung sanktioniert wird? Die unselige Bücherverbrennung war auch nicht „nur“ Sachbeschädigung.

  3. Jürgen Niebecker schreibt:

    Den Brandstiftern sollte man ein Zimmer in einer unserer multikulturell ausgerichteten Justizvollzugsanstalten bereitstellen.

  4. Ich komme gerade aus der Endlosschleife nicht mehr raus: Steht da wirklich, Fahrscheinkontrollen sind Rassismus?!

    • Jürgen Niebecker schreibt:

      Möglicherweise unterscheiden die zwischen zwei Rassen von Menschen:
      1. Zahlende Fahrgäste
      2. Nichtzahlende Fahrgäste
      Das liegt ja auch nahe, da in dem Wort „Schwarzfahrer“ das Wort „Schwarz“ steckt. Es handelt sich also um „schwarze Fahrer“ – oder so ähnlich.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Jau. Fahrscheinkontrollen sind Rassismus. Abschiebungen auch. Sollten die Fuzzis abgeschoben oder auch beim Schwarzfahren erwischt werden, die auf einer Demonstration „Jude, Jude, feiges Schwein…“ skandiert haben, ist es Rassismus gegen Rassisten, da kämen die Indymedianer vielleicht in echte Erklärungsnot.

  5. Claudia Sperlich schreibt:

    Ich habe übrigens an keiner Stelle behauptet, daß eine Brandstiftung das Gleiche ist wie ein Mord. Nur, daß es billigende Inkaufnahme vom Tod anderer ist. Was für die Toten am Ende aufs Gleiche herauskommt.
    Daß es im übrigen aus gleicher Ecke in der Tat eine Morddrohung gegeben hat, und zwar vor ganz kurzer Zeit, läßt sich nachprüfen.

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