Demnächst im Radio

Am 7. September um 14.00 Uhr werde ich von dem Schweizer Sender Radio Maria zu meinem Buch Lass mich bekennen Deine Mandelblüte interviewt.
Im Anschluß wird es Gelegenheit zu Hörerfragen geben.

Ich bin jetzt schon aufgeregt.

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Gründerzeitarchitektur

Ich hatte kürzlich eine kleine Besorgung zu erledigen, die mich in unmittelbare Nähe der Borsigwerke brachte. Ich nutzte die Gelegenheit zu ausführlichem Photographieren.

Die Zustände in Industriegebäuden der Gründerzeit waren gewiß fragwürdig. Allerdings gibt es heute wohl kaum einen Industriellen, der einen so guten Architekten mit der Schaffung seiner Produktionsstätte beauftragt – und keinen, der den Arbeitern gleich am Eingang ein Denkmal setzt.

Borsigturm
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke
BorsigwerkeBorsigwerke

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Unter FeministInnen

Am 27. August 2015 präsentierte Kirsten Achtelik im k-fetisch in Neukölln ihr eben erschienenes Buch Das Kreuz mit der Norm. Geschichte der Auseinandersetzung um Reproduktionstechnologien.

Der geschätzte Bloggerkollege Tobias Klein hatte mich auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht. Da ihm der Zutritt verwehrt wurde, weil er in einem anderen Lokal einst vor dem Essen still gebetet hatte und auf Nachfragen zugab, mit der Lebensschutzbewegung zu sympathisieren, ging ich (nicht ganz furchtlos) alleine.

Vor etwa vierzig Menschen sprach eine Frau der Gruppe NoFundiM.ärsche einleitende Worte. Sie vertrat die in der Ankündigung genannte, leider erkrankte Rebecca Maskos. Ihren eigenen Namen verriet sie nicht; sie bezeichnete sich nur als Mitglied jener Gruppe und bevorzugte das Pronomen wir. Sodann legte sie in launigem Ton los:

„Wir hatten gerade schon Besuch von einem sogenannten Lebensschützer … Wenn eine solche Person im Raum ist, möge sie bitte die Hand heben und sofort gehen, oder, wenn sie in der Diskussion solche Positionen äußert, werden wir sie rausschmeißen.“ (Amüsiertes Lachen aus dem Publikum.)

Christen warf sie die Haltung vor, „daß Sexualität kein Ort für Lust und Begehren ist“. Gehsteigberatung sowie Schwangerenkonfliktberatung mit eindeutiger Position für das Leben des Kindes fand sie ganz böse. Der Marsch für das Leben sei immer größer geworden, seine Positionierung in der Presse und die Grußworte von Politikern immer besser – also müsse er „verhindert“ werden. Ziel der geplanten Gegendemonstration sei, den Marsch „zu blockieren und zu sabotieren“.

Nun endlich kam Frau Achtelik zu Wort.

Die Fragestellung des Buches: Kann man als Feministin für selektive Abtreibung argumentieren? beantwortete sie mit Ja.

Zunächst stellte sie die verschiedenen Möglichkeiten der Schwangerenvorsorge vor. Die invasive Untersuchung, bei der Material aus dem Uterus analysiert wird, sah sie wegen der Gefahr des Spontanaborts als äußerst problematisch an. Allerdings antwortete sie auf die unmittelbare Frage aus dem Publikum, ob eine Fruchtwasseruntersuchung gefährlich sei, sehr stotternd – äh, also – das ist eher eine Prognose… sicher ist alles nicht.

Eine Hörerin, Mutter eines Kindes, ergänzte in der anschließenden Diskussion: Die Werbung für Vorsorgeuntersuchungen – auch nicht-invasive – schüre Ängste. Wenn nämlich eine Auffälligkeit gesehen wird, die vielleicht krankhaft ist, werden Schwangere zu einer invasiven Untersuchung nachgerade gedrängt.

Eugenische Bewegungen gab es in der Kaiserzeit und in der Weimarer Republik; hier wurden Stammbäume erstellt, um das Risiko von angeborenen Behinderungen einzuschätzen (diese sind allerdings wenig aussagekräftig). In den 50er Jahren waren einige Behinderungen vor der Geburt feststellbar. 1968, ein Jahr nach der ersten vorgeburtlichen Diagnose von Trisomie 21, kam es zur ersten Abtreibung aus genau diesem Grund.

Die Autorin sieht den Mutterpass als Mittel der Normierung, Überwachung und Kontrolle. Teilweise kann ich das nachvollziehen, sie verläßt dabei aber meiner Ansicht nach die sachliche Ebene bald und bewegt sich vielleicht schon auf eine Art Verschwörungstheorie zu.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Eugenik umbenannt in Humangenetische Beratung; das sollte ungute Assoziationen verhindern, in der Sache blieb es aber gleich. Die Techniken wurden verbessert, die Kosten für Risikogruppen von den Kassen übernommen. Die Begründung war hierbei immer, das behinderte Kind zu “verhindern”. Der “volkswirtschaftliche Nutzen” wird glücklicherweise nicht mehr als Argument angeführt, stattdessen der Schutz der Schwangeren vor Angst. (Daß die immer genaueren Untersuchungen dabei nicht unbedingt hilfreich sind und daß ein besserer Umgang mit der Angst Schwangerer gefunden werden müsste, wurde später klar.) 1976 wurde die eugenische Indikation wieder eingeführt.

Trotz der Totalüberwachung Schwangerer ist die Erkennungsquote von Herzfehlern schlecht; dadurch werden unmittelbar nach der Geburt lebensnotwendige Operationen möglicherweise nicht rechtzeitig vorgenommen. Das zeigt, daß nach anderen Behinderungen bevorzugt gesucht wird. Die Autorin sprach in diesem Zusammenhang von Babys (die es zu retten gilt) in Abgrenzung zu Föten (deren Leben zur Disposition steht).

Die ökofeministische Bewegung der 70er und 80er Jahre mit ihrer Ansicht, das Patriarchat versuche, die weibliche Selbstbestimmung zu sabotieren, und Frauen seien gegenüber Männern dadurch ausgezeichnet, daß sie in lebendigen Zusammenhängen leben, sieht sie als Kuriosum. Die Rote Zora mit ihren Anschlägen auf humangenetische Beratungsstellen beurteilt sie halb kritisch, halb bewundernd. Sie hob die Krüppelbewegung hervor, die bei der Aufarbeitung behindertenfeindlicher Praktiken, darunter bis in die 90er Jahre (!) Zwangssterilisierungen behinderter Frauen, große Verdienste erwarb.
Zu Recht empörte sie sich über das Frauenhandbuch 1 der Gruppe Brot und Rosen (1971), in dem behindert geborene Kinder ausschließlich als Pflegefälle gesehen werden, durch die das “eigene[s] Leben der Mutter zerstört” werde. Diese Gleichsetzung von Behinderung des Kindes und Zerstörung des mütterlichen Lebens sieht sie als unsinnig und boshaft an. Aus dem Publikum kam später der Hinweis, daß ganze 5% aller Behinderungen überhaupt auf genetische Defekte zurückgehen.

Bei der 12-Wochen-Frist geht es um die psychische und physische Gesundheit der Frau, nicht die des Kindes. Die Autorin bemängelte, daß es fast unmöglich sei, eine Indikation aufgrund psychischer Probleme der Mutter zu bekommen. Sie argumentierte mit dem Fallbeispiel einer durch Vergewaltigung Schwangeren, die im 5. Monat abtreiben wollte und der zunächst die Indikation verweigert wurde. Wörtlich sagte die Autorin: “Sie hat den Abbruch gekriegt, ist noch mal gut gegangen.”

An einer Demonstration vor einem Beratungszentrum in Essen 1980 nahmen 20.000 Menschen teil; daß in Deutschland heute keine Demonstrationen der Lebensschutzbewegung in dieser Größe stattfinden, sieht sie positiv, befürchtet jedoch das Schlimmste angesichts wieder steigender Zahlen der Lebensschützer. 5000 Teilnehmer am Marsch für das Leben in Berlin sei “viel – viel zu viel”. Daß ein Behindertenbeauftragter von “Inklusion im Mutterleib” sprach, ist für sie ein “geschickter Schachzug”. Die Lebensschützer versuchen ihrer Ansicht nach, sich mit Behinderten zu “verbünden” und sie zu “instrumentalisieren”.

Mich hat der Vortrag bestärkt in meinem Vorhaben, trotz terminlicher Schwierigkeiten auch in diesem Jahr am Marsch für das Leben teilzunehmen.

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Allen Monikas zum Namenstag

… und allen Monikas, Monnicas, Moniques oder wie immer man das noch schreiben kann:

Monica

In ihrer Jugend brannte
In Herz und Seele schon
Ein Licht, da sie bekannte
Sich zu dem Gottessohn.
Von Demut und von Güte
War Monica beseelt,
Und wo der Hader glühte,
Hat nie ihr Trost gefehlt.

Sie weinte im Gebete
Für ihren wilden Sohn,
Und für den Gatten flehte
Sie oft vor Gottes Thron.
Den überreichen Segen
Hat Gott ihr spät gewährt:
Zu Jesu Wort und Wegen
Sich Mann und Sohn bekehrt.

Wenn Traum und Bilder schweigen
Und auch die Seele schweigt,
Dann werden wir uns neigen
Vor dem, der uns gezeigt
In einem Atemholen,
In Augenblickes Zeit,
Daß Er uns anbefohlen
Die frohe Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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Erste Herbstspuren

Es ist zwar noch Sommer – aber man ahnt schon: Nicht mehr lange.
Ich freue mich auf den September; ich mag den ersten Herbstmonat besonders.

Auf meinem Balkon die Melisse hat einen leichten Sonnenbrand, aber der Thymian sieht umso besser aus.
Melisse
Thymian

Die Hortensie sieht auch mit Altersflecken noch schön aus.
Hortensie

Und Rosen sind ohnehin immer schön.
CIMG0008
Rose
Rose
Rose

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Hörnchen und Eberesche

Hörnchen findet gerade nichts auf dem Fensterbrett und buddelt also ein wenig im Balkonkasten.

Eichhörnchen

Im Hintergrund die Eberesche im Sonnenschein ist mir eine immerwährende Erinnerung an meinen Vater, dessen Lieblingsbaum sie war.

Eberesche
Eberesche

Eine Eberesche stand auch im Garten meiner Eltern. Und Eichhörnchen gab es dort auch.

Martin Sperlich
Dies ist mein Garten

Dies ist mein Garten und doch nicht der meine
hier pflanzte ich bloß eine Eberesche
und zog von Haus zu Eiche eine Leine
und die braucht meine Frau für unsre Wäsche.
Die Eiche ist Naturdenkmal, geschütztes,
Das Haus ist Baudenkmal, geschützt wie diese
Das Grüne ist nicht Rasen und nicht Wiese,
es ist nur Grün, man sieht es und benützt es.

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Tiere im Pflegeheim

Wie bereits berichtet, leben in einem Altenpflegeheim in Berlin-Friedenau auch einige nette Tiere. Mehrere Katzen sind darunter, auch der von allen geliebte und verwöhnte Kater Felix, der in der zweiten Etage wohnt, aber weiß, wie man einen Fahrstuhl benutzt, und auf allen Etagen sowie im Garten zu Hause ist.

Kater Felix

Die Hühner halten sich auch nicht immer daran, daß sie in einem Gehege wohnen. Die Ziegen aber schon – zum Glück für die Pflanzen.

Huhn und Ziege
Hühner

Ziegen sind Bergtiere, manchmal müssen sie das zeigen!
Ziege

Irgendetwas interessiert Ziege und Laufente gleichermaßen.

Ziege und Laufente

Ziegen gucken übrigens rechteckig.

Ziege
Ziegenauge

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Der österreichische Papst

Vor 101 Jahren starb Pius X., der Heilige, dessen Gedenktag die katholische Kirche heute begeht.

Sein Kampf gegen den Modernismus und sein tiefes Mißtrauen gegenüber allem, was nach Ökumene aussah, werden ihm heute von vielen nachgetragen – andere, wie die Piusbruderschaft, interpretieren ihn in einer Weise, die sie von der katholischen Kirche trennt.

Pius X. war kein Intellektueller. Er hatte ein einfacher Gemeindepfarrer bleiben wollen, nahm die Ernennung zum Bischof und die Wahl zum Papst demütig an (allerdings nicht ohne den Versuch, sie abzuwenden) und blieb seiner selbstgewählten Aufgabe aus Gemeindepfarrerzeiten treu in seinem Einsatz für soziale Gerechtigkeit.

Ihm ist zu verdanken, daß der häufige Empfang der Eucharistie für Laien nicht nur möglich, sondern von der Kirche ausdrücklich erwünscht ist – in meinen Augen ein unschätzbares Verdienst.

Bei einer Eucharistiefeier über seinem Grab im Petersdom soll der Altar nach Rosen geduftet haben.
In der St-Johannes-Basilika in Berlin ist eine Büste in der Wand verankert. Ich finde in diesem ernsten Gesicht Güte ebenso wie Strenge und große Stärke.

Rosen
Hl. Pius X
Rosen

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Zum Mitnehmen: Bibel

Im Keller eines Pflegeheims, auf einem kaputten Tiefkühlschrank, liegt dies:

Bibel zum Mitnehmen

Ich habe zwar schon mehrere Bibeln. Aber wenn sie da unten noch lange liegt, nehme ich sie mit und versuche, sie oberirdisch unter die Leute zu bringen. In den Keller gucken ja nicht so viele.

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Ambrosius und die Märtyrer

Der Hymnus æterna Christi munera ist Ambrosius vielleicht nur zugeschrieben, aber wer immer ihn geschrieben hat, hatte entweder selbst noch Verfolgung miterlebt oder die Schilderungen der letzten Christenverfolgung von Zeitzeugen gehört. Dem Autor ist das Grauen in Einzelheiten bekannt; das bei mir mit Kralle übersetzte Wort ungula (Huf, Kralle, Klaue) steht für ein antikes Folterinstrument.
Die heutige, stark gekürzte Fassung im Brevier bezieht sich auf die Apostel, nicht die Märtyrer. Aber jetzt in Deutschland heimische Christen sind in gewisser Hinsicht in einer ähnlichen Situation wie Ambrosius: Christentum ist legal, wenn auch nicht gern gesehen; das Staatsoberhaupt bekennt sich zum Christentum, auch wenn kaum jemand weiß, was Christentum für es genau bedeutet; es ist leicht möglich, Menschen zu treffen, die grauenhafteste Christenverfolgung erlebt und gesehen haben.

Die ewge Gnade unsres Herrn
und auch den Sieg der Märtyrer
besingen wir mit frohem Sinn
und bringen rechten Lobpreis dar.

Sie sind der Kirche Fürsten, sie
sind Feldherrn, ehrenvoll im Krieg,
Soldaten für den Himmelssaal,
und wahre Leuchten dieser Welt.

Sie überwanden Schreckenszeit,
verachteten des Leibes Qual.
Aus heil’gem Tode kam Gewinn:
Nun wohnen sie im sel’gen Licht.

Dem Feuer übergibt man sie,
den Fängen wilder Tiere auch,
die Waffe in des Henkers Hand,
die Kralle reißt sie voller Wut.

Die Eingeweide liegen bloß,
vergossen ist das heil’ge Blut –
sie harren unerschütterlich
auf gnadenvolle Ewigkeit.

Ergebner Glaube Heiliger,
der Frommen Hoffnung, ungebeugt,
vollkommnes Liebeswerk des Herrn
besiegt den Fürsten dieser Welt.

Die väterliche Herrlichkeit,
des Geistes Willenskraft, der Sohn
springt auf im Jubel über sie.
Die Freude füllt den Himmel aus.

Wir bitten Dich, Erlöser, nun,
vereine mit der Zeugen Schar
die jungen Knechte im Gebet
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

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