Dienstag der Karwoche

Eucharistie – Sonettenkranz

XIII

Du lebst und wirkst, dreieiner Gott allein.
Wenn Menschen auch Dein Wort und Bild verdrehten,
Du bleibst, wenn ihre Spuren längst verwehten.
Dir will ich trauen, Dir Vertraute sein.

So wie ich bin, so will ich vor Dich treten.
Du übersiehst nicht, was an mir gemein
Und böse ist, und willst es gern verzeihn
Und wirbst bei mir, zu Dir darum zu beten.

Du machst Dich klein, als Kind und Wein und Brot.
Du machst Dich schwach bis hin zum Foltertod.
Du starker Gott, so wehrlos wie die Taube!

Doch Deine Worte, Herr, und Deine Werke
Verkünden Deine unfassbare Stärke.
Ich kann es nicht begreifen, doch ich glaube.

© Claudia Sperlich

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Poet des Absurden

Vor hundertein Jahren starb Christian Morgenstern, der zauberische Großmeister deutscher Unsinnslyrik.
Zum Schönsten seines balladesken Nonsense gehören für mich zwei Balladen (ja – Balladen, Erzählgedichte – die müssen nicht immer schrecklich feierlich sein). Die erste weckt tiefe, echte Sehnsucht nach der gütigen Hilfe magischer Wesen.

Golch und Flubis

Golch und Flubis, das sind zwei
Gaukler aus der Titanei,

die mir einst in einer Nacht,
Zri, die große Zra, vermacht.

Mangelt irgend mir ein Ding,
ein Beweis, ein Baum, ein Ring –

ruf ich Golch und er verwandelt
sich in das, warum sichs handelt.

Während Flubis umgekehrt
das wird, was man gern entbehrt.

Bei z. B. Halsbeschwerden
wird das Halsweh Flubis werden.

Fällte dich z. B. Mord,
ging der Tod als Flubis fort.

Lieblich lebt es sich mit solchen
wackern Flubissen und Golchen.

Darum suche jeder ja
dito Zri, die große Zra.

Die zweite wurde vom Meister selbst ins Lateinische übertragen und von dem Privatgelehrten Dr. Jeremias Mueller (einer leider fiktiven Gestalt des Meisters) mit literaturwissenschaftlichen Anmerkungen versehen.

Das Mondschaf

Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf rupft sich einen Halm
und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.

Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
“Ich bin des Weltalls dunkler Raum.”
Das Mondschaf.

Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn’ ist rot.
Das Mondschaf.

Lunovis

Lunovis in planitie stat
Cultrumque magn’ expectitat
Lunovis.

Lunovis herba rapta it
In montes, unde cucurrit.
Lunovis.

Lunovis habet somnium:
Se culmen rer’ ess’ omnium.
Lunovis.

Lunovis mane mortuumst.
Sol ruber atque ips’ albumst.
Lunovis.

Anmerkungen von Dr. Jeremias Mueller

Über die Dichtung “Das Mondschaf” allein könnte man ein dickes Buch, ja was sage ich, mehr als ein dickes Buch schreiben. Da wären in einem Abschnitt die Beziehungen jeder einzelnen Zeile zur Kantischen Philosophie im besonderen nebst der darin enthaltenen Kritik derselben aufzuzeigen, da Sie unter dem “Mondschaf” doch ganz offenbar (wie ja auch die Widmung verrät) das “Ding an sich” erstanden wissen wollen, da wäre in einem andern die naturwissenschaftliche Seite der Sache zu behandeln,ob man das “Mondschaf” mit dem Mondkalb in eine Reihe zu stellen habe oder ob hier ein ganz neuer Tier- oder vielleicht sogar Menschentypus vorliegt, da wäre nachzuforschen, inwieweit zum Beispiel das “Mondschaf” den Freiherrn Friedrich von Hardenberg bezeichnen [könnte] und was dann alles daraus, für Ihre eigene Entwickelung, für unser Urteil über diese Entwickelung,für die Wirkung dieser Entwickelung, soweit sie vorauszusehen, und endlich für den Wert der eventuellen Wirkung dieser Entwickelung folgen dürfte, des weiteren, ob und wieviel das
Opus von der Idylle des Malers Müller “Die Schaf-Schur” beeinflußt oder doch angeregt sein möchte, wohin ferner der Gleichklang des Wortes Schur mit dem französischen jour (de la gloire) zu führen vermag – ein “Ritt” ins Politische – und ob es Ihnen endlich gelungen sein sollte, mit der lateinischen Übersetzung des “Mondschafes” die Kirchenliederpoesie des Mittelalters zu treffen und zu charakterisieren, wobei ich mir einen kleinen Abstecher in mein Spezialgebiet, die Macaroniker, kaum versagen würde, vom poesiekritischen und schönliterarischen Standpunkt ganz zu schweigen.

Mondschaf = Mundschaf = etwa: Sancta Simplicitas.
steht – hier so viel wie ‘träumt’.
auf weiter Flur – bedeutet das unabsehbare Gefilde des
Menschlichen.
harrt und harrt. Man beachte den unwillkürlichen Gleichklang mit hart (durus), wodurch die Unabwendbarkeit des Wartens phonisch illustriert erscheint.
der großen Schur – Schur = Jour: Dies irae, dies illa.
rupft sich einen Halm – Der Mensch bescheidet sich in Resignation. Vgl. das klassische Wort von dem Jüngling, der mit tausend
Masten in See sticht usw. Man könnte auch sagen: “Entsagen sollst du, sollst entsagen!”
und geht dann heim auf seine Alm – Es ‘geht’. Es läuft nicht, noch springt es. Darin liegt, wie in dem weichen innigen ‘heim’ – ein Wort, das nur der Deutsche hat – eine wehmütige Ergebenheit ohne Groll. Alm weist darauf hin, daß die Heimat des Verzichtenden wohl und immerhin doch in einer mäßigen Höhe zu denken ist.
Das Mondschaf spricht. Es ‘spricht’. Zu singen hat es doch wohl die rechte Frische nicht mehr. ‘Spricht’ ist feierlich, dumpf;
aber noch immer stark und bewußt.
zu sich – Nicht zu andern. Es ist einsamen Geistes und verrät dies auch im Traum.
im Traum – Der Traum ist dem Mondschaf dasjenige Element, was dem Fisch die Flut.
Ich bin des Weltalls dunkler Raum – Das Mondschaf vergißt in seiner Schwermut ganz die Sterne. Sein Denken verschwägert sich schon langsam der andämmernden Todesnacht.
liegt – Es ist bereits umgesunken, vielleicht zwischen 2 und 5 Uhr morgens.
Sein Leib ist weiß – Es ist unschuldig geblieben wie Schnee. Fromm und mild hat es sein Geschick getragen und geendet.
die Sonn’ ist rot – Was kümmert den Sonnenball das Mondschaf? Er behält seine roten Backen. Seine freche brutale Gesundheit triumphiert in gleichgültiger Grausamkeit über das weiße Weh der geknickten Menschenseele. Vgl. auch Goethe: Seele des Menschen usw.

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Wider die liturgischen Mätzchen

Ich bin glücklich, zu einer Gemeinde zu gehören, in der die Liturgie in ihrer starken Aussagekraft und Schönheit angemessen vollzogen wird. Ein großer Pluspunkt für Berlin-Friedenau und Wilmersdorf, den auch die jungen Glieder der Gemeinde (nicht nur die Ministranten) schätzen!

In Heidelberg gibt es nun in der Citypastoral den Versuch, die Karfreitagsliturgie dem jungen Volk schmackhaft zu machen. Die Seelsorgeeinheit Heidelberg-Neckartal schreibt auf ihrer Internetseite:

Viernes Santo – Pasión de Cristo Karfreitagsliturgie mit Flamenco

Die Citypastoral der Jesuitenkirche lädt ein zu einer besonderen Karfreitagsliturgie am 3. April um 20.00 Uhr in die Jesuitenkirche mit der Compañia „Cristina West y Pepe – Flamenco“. Im Mittelpunkt dieser einmaligen Karfreitagsliturgie steht die Passion Christi, die sich mit der Spiritualität des Flamenco, dem Gesang, der Gitarre, dem Tanz und der Perkussion der Gruppe vereint und bis tief ins Innere eines jeden vordringt. Die größte Herausforderung der Karfreitagsliturgie ist für die Gruppe (Cristina West, Pepe, Gonzalo Cortés und Salvatore Volker Schuhmacher), die wesentliche Bedeutung der Heiligen Schrift zu respektieren und sie durch eine gewissenhafte Verwendung der verschiedenen Flamenco-Stile in ihrer Reinform zu interpretieren. Jede Silbe, jeder Ton und jeder Schlag sind für Cristina West eine spirituelle Erfahrung. In der Feier verbindet sich die Tradition des Flamenco mit den Elementen der christlichen Liturgie.

An den Leiter der Seelsorgeeinheit, Herrn Dr. Joachim Dauer, habe ich heute gemailt (und den akademischen Titel nicht aus Gehässigkeit, sondern aus Unachtsamkeit unterschlagen – und weil ich Namen wichtiger finde als Titel):

Sehr geehrter Herr Dauer,

mit einigem Befremden habe ich von dem Vorhaben gelesen, die Karfreitagsliturgie mit Tanz zu verbinden.

Vorab: Ich bin alles andere als vertrocknet. Tanz ist schön, Flamenco ist eine besondere Ausdruckskunst, und ich habe keine prinzipiellen Einwände gegen Tanz in der Liturgie (sofern er gekonnt ist).

Die Karfreitagsliturgie vom Leiden und Sterben unseres Herrn ist jedoch eine in sich geschlossene und perfekte Liturgie, deren Ernst und Stille aussagekräftig sind und bei klarem Vollzug die Herzen berührt. Was perfekt ist, muß nicht geändert oder ergänzt werden – kann es auch nicht, ohne die Perfektion zu zerstören. (Stellen Sie sich vor, man würde in ein perfektes Werk wie Michelangelos Erschaffung des Menschen oder Händels Messias einige Pinselstriche oder Takte einfügen – es wäre ein Akt der Barbarei.)

Hier geht es nun um weit mehr als um ein Kunstwerk. Es ist von tiefer Bedeutung, daß die Karfreitagsliturgie auf Musik und weitere Zutaten grundsätzlich verzichtet, ja verzichten muß. Es ist zeichenhaft, daß Karfreitag und der Samstag der Grabesruhe Stille Tage sind. Wir vollziehen damit nach, daß mit dem Tod Jesu die Welt gewissermaßen stillstand und leer war. Das ist zum einen wahr für alle Menschen, die einen geliebten Menschen plötzlich verloren haben – in diesem Fall: für Maria und alle Freunde Jesu, an deren Trauer und Entsetzen wir am Karfreitag in besonderer Weise denken. Zum anderen ist es wahr in einem umfassenden, alle Menschen betreffenden Sinn beim Tod des Herrn aller Welt.

Schließlich dient der stille Ernst der Karfreitagsliturgie auch der würdigen Vorbereitung auf das österliche Freudenfest. Die Karwoche und die Ostertage sind liturgisch eine genau durchdachte, bewährte Folge vom sehr vergänglichen und überschatteten Palmarum-Jubel über die feierliche Zusage der Erlösung in der Stiftung des Abendmahls und den scheinbar alles beendenden Foltertod des Herrn bis zur Osterfreude, bei der wir in Erwartung der ewigen Freude die Auferstehung Christi ausgiebig bejubeln dürfen. Hier könnte ich mir auch Flamenco vorstellen – aber nicht am Karfreitag.

Mit besten Grüßen
Claudia Sperlich

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Montag der Karwoche

Eucharistie – Sonettenkranz

XII

Du bist in mir. So kann ich in Dir sein
Und Dich, den unfassbaren Gott, erfassen.
Von Dir will ich mich dankbar nähren lassen
Mit diesem weißen Brot, mit diesem Wein.

Du bahntest mir den Weg durch Wassermassen,
Belebtest mich in todesnaher Pein,
Du batest mich: Komm her und werde mein –
Und überwandest liebend all mein Hassen.

Du gibst mir Mut und Kraft zu neuen Taten.
Durch Dich werd ich, wird alle Welt erneuert.
Du bist der Geist, der meinen Geist befeuert.

Du bist lebendiger als junge Saaten,
Du bist verläßlicher als Felsgestein.
Du lebst und wirkst, dreieiner Gott allein.

© Claudia Sperlich

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Königlicher Schmuck

… für die Kreuze in meiner Wohnung (wie für Millionen von Kreuzen in der katholischen Welt):
Geweihte Palmzweige (auch wenn es hierzulande, wie üblich, Buchsbaumuzweige sind).

Allen Lesern wünsche ich einen segensreichen Palmsonntag!

Ein Kreuz im Flur:
Der Herr segne alle, die hier ein- und ausgehen!
Kreuz am Sonntag Palmarum

Ein Kreuz in der Küche:
Der Herr segne die Speisen, die ich hier zubereite, Er segne alle, die davon essen, und Er gebe mir, daß ich das tägliche Brot gerne teile.
Kreuz am Sonntag Palmarum

Ein Kreuz im Schlafzimmer:
Der Herr segne und behüte meinen Schlaf, und Er gebe mir Andacht beim Gebet.
Kreuz am Sonntag Palmarum

Ein Kreuz über dem Tisch im Wohnzimmer:
Der Herr segne mein Tun und Denken, Er gebe mir, gastfreundlich und dankbar zu sein.
Kreuz am Sonntag Palmarum

Ein Kreuz über dem Schreibtisch:
Der Herr segne meine Arbeit und gebe mir, immer zu Seiner Ehre zu schreiben.
Kreuz am Sonntag Palmarum

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Palmarum

Eucharistie – Sonettenkranz

XI

Wird mir zur Nahrung, wird mir Lebenskraft
Auch jedes Mahl, bei dem ich je gesessen,
Und wird es, hätt ich auch den Dank vergessen,
In mir zu Fleisch und Blut und Körpersaft,

Kann doch die feinste Speise sich nicht messen
Mit jenem Mahl, das selbst in Kerkerhaft
Und in Verbannung Gottes Nähe schafft –
Mit jenem Mahl, das wir am Altar essen.

Zwar ist es stofflich nichts als Brot und Wein,
Doch Du, mein Jesus, hast das Mahl gewandelt
In Dich, und Dich gestellt in Brot und Trauben.

Du bists – ich will es unbewiesen glauben.
Du, der All-Eine, der aus Liebe handelt –
Du bist in mir. So kann ich in Dir sein.

© Claudia Sperlich

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Samstag der fünften Fastenwoche

Eucharistie – Sonettenkranz

X

Der allen Wesen ihre Nahrung schafft,
Der keinem Menschen je sein Herz verschlossen,
Der für die vielen hat sein Blut vergossen,
Will mich befrein aus aller Angst und Haft.

Auch wenn Jahrtausende seither verflossen,
Schenkt Seine Gegenwart die Glaubenskraft
Im Brot, das niemand einsam an sich rafft,
Im Wein, der niemals einsam wird genossen.

Er gebe mir, die vielen der Gemeinde
Und dann die andern, Fernen, selbst die Feinde,
Zu lieben und auch liebend zu ertragen.

Mit dem Geleit des Herrn kann ich es wagen –
Er ist bei mir auf meiner Pilgerschaft,
Wird mir zur Nahrung, wird mir Lebenskraft.

© Claudia Sperlich

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Balkonische Notwendigkeit

… waren jetzt mal Blumen aus dem Blumenladen.
Zwar entwickelt sich alles Selbstgezogene prächtig, es wird auch wieder Salatrauke geben!

Keimblätter der Salatrauke

Aber ich kann nicht alles selber züchten, es ist Frühling, und ich will jetzt sofort viele Blumen.
Ein Tausendschönchen und eine Menge Hornveilchen habe ich auf den Balkon gesetzt.

Tausendschönchen
HornveilchenHornveilchen
HornveilchenHornveilchen
HornveilchenHornveilchen
HornveilchenHornveilchen

Das Veilchen (zwar nicht das Hornveilchen, sondern das Hainveilchen) hat René Rapin in seinem Lehrgedicht Hortorum Libri IV so beschrieben:

Auch wird das Veilchen selbst seinen Duft nicht lange verhehlen,
Wenn es sich hüllt in ein Gewand von bräunlichem Purpur,
Und sich hebt mit den Blättern inmitten bescheidenen Rasens,
Selbst bescheiden und einfach, mit einfachem Purpur bestrichen.
Und wenn die Sänger wahrhaftig sind und Eitles nicht sagten,
Gabs eine Nymphe, Gefährtin Dianas, nun eine Blume,
Janthis – von den Gefährtinnen war sie bei weitem die schönste.
Diese nun, heißt es, habe zu Pherai einst Kühe geweidet,
Phœbus sah und liebte die Schweifende, und der Verliebte
Barg seine Wunde nicht; da lief die verschreckte Jungfrau
Fort in die Wälder, und mahnte Diana, und jene sagte:
Meide, Schwester, die Berge, denn Phœbus auch liebt die höchsten
Berge, und er freut sich über offenen Himmel.
Durch die Täler ging nun die Jungfrau, schattige Quellen
Suchte sie auf, es barg sie in Einsamkeit eine Umzäunung:
Liebe zur Sittsamkeit und ihr bescheidnes und reizendes Antlitz
Mehrten der Schönheit Wert, verdienten gesehen zu werden,
Wenn auch heimlich. Schon rüstete Phœbus zum Diebstahl und Truge,
Da sprach die Göttin: Wenn sittsam zu sein nicht erlaubt ist der Schönen,
Ach, dann soll eher die Schönheit vergehn, als daß Sittsamkeit fehle!
Und sie bestrich ihr das Antlitz mit dunkel purpurner Farbe.
Nun war, die schön gewesen, um nicht zu mißfallen Diana,
Ungestalt, doch die Göttin gab dem Mädchen, das seine
Jungfernschaft so geliebt, als Blume zu blühen; eigen
Ist ihm die Würde, und seinen vorzüglichen Duft bewahrt es.
Diese Blume, die meist aus eigener Kraft in den tiefsten
Tälern wächst, ist der ländlichen Erde kostbare Gabe,
Und nicht schadet dem Veilchen Bescheidenheit, nicht, daß es aufwächst
Zwischen Dornen; denn Würde und Wohlgeruch hat seine Blüte.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

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Freitag der fünften Fastenwoche

Eucharistie – Sonettenkranz

IX

Der Menschen schuf und Weizenkorn und Traube,
Nur Er ist Schöpfer, und nur Er macht Leben.
Er hat uns Wissenschaft und Kunst gegeben –
Er gebe, daß der Mensch Ihn nicht beraube!

So echt, so wahr, so reich sind Korn und Reben!
Mit Grauen seh ich, wie ein blinder Glaube
An Menschenmacht sich anmaßt, aus dem Staube
Als kleiner Gott Chimärisches zu weben.

Zwar wollen manche sich zu Schöpfern schwingen
Und stümpern an den längst erschaffnen Dingen –
So kleine Lichter, die wir mächtig nennen!

Zu Gott alleine will ich mich bekennen!
Er nur hat Macht und Herrlichkeit und Kraft,
Der allen Wesen ihre Nahrung schafft.

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der fünften Fastenwoche

Eucharistie – Sonettenkranz

VIII

Bist Du doch wahr und ist die Wahrheit Dein!
Bestehst Du doch, wenn alle Masken fallen!
Wenn Schrift verblasst und Lieder einst verhallen,
Wirst Du die unverfälschte Wahrheit sein.

Und Deine Liebe gilt uns ewig allen!
Du läßt Dich auf den schwachen Menschen ein,
Bist Vater, Bruder, Hüter, treu und rein,
Du schützt den Armen vor des Reichen Krallen.

Du bist der Weg, der mir die Richtung gibt.
Du bist die Wahrheit, von Dir will ich schreiben.
Du bist das Leben, ewig wirst Du bleiben.

Du bist mein Gott, der mich ernährt und liebt,
Du bist mein Gott, dem ich vertrau und glaube,
Der Menschen schuf und Weizenkorn und Traube.

© Claudia Sperlich

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