Buchvorstellung im Atelier

Am Sonntag nach Pfingsten, dem 31. Mai, um 17.00 Uhr,
im Atelier Doris Kollmann, Hähnelstrasse 8, 12159 Berlin,

stelle ich in einem Ateliergespräch meinen Gedichtband Lass mich bekennen Deine Mandelblüte vor.

Der Gedichtband und einige von Doris Kollmanns Illustrationen können erworben werden. Wir freuen uns auf interessierte Zuhörer bei Kaffee und Kuchen.

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Blumige Pfingstgrüße

Lebendig, frisch, vielfältig und schön: Für heute dürfen die Blumen ein Sinnbild für den Heiligen Geist sein. Nebenbei – die Akelei ist ein Mariensymbol, und Maria war ja damals auch dabei.

Akelei
AkeleiAkelei
Zierlauch
GeraniumGeranium
Campanula

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Begeistert!

Pfingsten begeistert! Und zwar im Wortsinn.

Die Ausgießung des Heiligen Geistes, jenes plötzliche, gewaltige und frohe Glaubenserlebnis, betrifft alle Christen. Von lebendigmachendem, frohen Geist erfüllt, wird man fähig, von Gott zu reden, den Glauben zu verkünden – jeder auf seine Weise.

Christen sprechen oft vom Geist Gottes, sagen und singen: Sende aus Deinen Geist. Das klingt, als sei der Heilige Geist etwas, was Gott hat, so, wie man sagen kann, er hat die ganze Welt. Aber der Heilige Geist ist nicht etwas, sondern jemand, ist Gott selbst. Dennoch kann man es so sagen. Gott sendet Seinen Sohn – und Er ist der Sohn, genau so wie Er der Vater ist. Gott sendet Seinen Geist – und ist der Geist, genau so wie Er Vater und Sohn ist.

Denn Er ist der eine und dreifaltige Gott. Ich versuche es mir immer wieder klarzumachen – und kann immer wieder nur staunend vor Ihm knien und gestehen: Ich glaube es, ich vertraue fest darauf, ich bin mir dessen so sicher, wie ich sicher bin, in diesem Augenblick den scheiternden Versuch einer Erklärung zu verfassen.

Veni Sancte Spiritus! Komm, Heiliger Geist!

Komm, Heiliger Geist,
und sende vom Himmel
den Strahl deines Lichtes.

Komm, Vater der Armen,
komm, Geber der Gnaden,
komm, Licht unsrer Herzen.

Du bester Tröster,
du holder Herzensgast
und holde Erquickung.

Du Ruhe in Arbeit,
du Lindrung in Hitze
du Trost in Betrübnis.

O seligstes Licht,
zuinnerst erfülle
die Herzen der Gläubgen.

Wo du nicht waltest,
ist nichts im Menschen,
ist nichts unschädlich.

Beflecktes wasche,
Verdorrtes tränke,
Verletztes heile.

Erstarrtes rühre,
Erfrornes wärme,
Verirrtes lenke.

Gib deinen Treuen,
die dir vertrauen,
das Siebenfach Heilge.

Gib Wohltat der Tugend,
gib heiliges Sterben,
gib ewige Freude.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

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Das ZdK versucht, mich zu vertreten – und scheitert.

Ich wurde auf einen Artikel im publik-forum aufmerksam gemacht; ich fühle mich gereizt, weil sein Autor Thomas Seiterich sich anmaßt, mir als Katholikin zu sagen, daß ich, weil katholischer Laie und Frau, ihm von vornherein zustimme. Das tue ich nicht.
Im Folgenden nehme ich den Artikel unter die katholische Lupe und antworte darauf.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) verabschiedete am Wochenende einstimmig ein vorwärtsweisendes Papier über Familie, Sexualität und sexuelle Minderheiten. Damit heizen die Katholiken ihren deutschen Bischöfen ein: Die sollen auf der weltweiten Familiensynode, zu der Papst Franziskus im Oktober in den Vatikan einlädt, dafür sorgen, dass die katholische Kirche möglichst viele ihrer inneren Blockaden überwindet Das ZdK fordert Formen der Segnung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sowie von Ehen wieder verheirateter Geschiedener.

Vorwärtsweisend mag es sein – fragt sich nur, was da vorne liegt. Wenn vor mir ein Hundehaufen liegt, versuche ich ihm auszuweichen.
Es ist nicht die Aufgabe von Katholiken, “den Bischöfen” einzuheizen, weder den deutschen noch dem von Rom.
Innere Blockaden kann man meiner Erfahrung nach am ehesten überwinden, wenn man sich an die katholische Lehre hält. Die Annahme, Sexualität sei mehr oder weniger beliebig, ein Versprechen dürfe auch mal gebrochen werden und Kinder müßten nicht zugelassen werden, blockiert die unbedingte Liebe. Die Annahme, ein Gebot Gottes könne eventuell gar nicht so gemeint sein, blockiert das unbedingte Vertrauen in den Schöpfer und Heiland.

Dazu müssten liturgische Formen weiterentwickelt werden. So steht es in dem einstimmigen Beschluss, den die Vollversammlung des ZdK – die Vertretung der Laien in der Kirche – in Würzburg soeben verabschiedete. Das Papier zielt auf die Weltbischofssynode im Oktober 2015.

Nur weil die Vollversammlung des ZdK etwas beschließt, “muß” es noch keinesfalls geschehen – das gilt auch für die Weiterentwicklung liturgischer Formen. Ich halte mich an das Zweite Vatikanische Konzil, liebe den Novus Ordo und sehe die Liturgien der katholischen Kirche als perfekt an. Perfektes muß nicht weiterentwickelt werden – im Gegenteil: es würde durch eine wesentliche Änderung oder Zutat zerstört. Die Liturgie bietet viel Freiheit in der Ausgestaltung; mehr wäre Beliebigkeit.

Das ZdK reißt die katholischen Tore weit auf: Es brauche eine »vorbehaltlose Akzeptanz des Zusammenlebens in festen, gleichgeschlechtlichen Partnerschaften« und eine klare Positionierung gegen noch bestehende Ausgrenzungen homosexueller Menschen. Zudem fordert das ZdK eine Neubewertung der Methoden sogenannter »künstlicher Empfängnisverhütung«. In keinem anderen Lebensbereich gebe es eine vergleichbar große Differenz zwischen dem päpstlichen Lehramt und den persönlichen Gewissensentscheidungen der meisten gläubigen Katholiken. Zudem müsse die Kirche wieder Sprachfähigkeit gewinnen, indem sie einen unbefangenen Zugang zur menschlichen Sexualität finde. Das sind klare Ansagen.

Eine vorbehaltlose Liebe zu allen Menschen (also weit mehr als Akzeptanz) ist kirchliche Lehre. Eine vorbehaltlose Akzeptanz jeder Handlung und Lebensweise, also totale Beliebigkeit, ist unchristlich und unkirchlich. Alles akzeptieren heißt nichts wichtig nehmen. Es ist mit dem Christentum nicht vereinbar, Sex und die Möglichkeit von Kindern zu entkoppeln; das Wunder der Sexualität muß auch weiterhin Leben bewahren, nicht Leben verhindern.

Die Laien sagen mit Entschiedenheit: Nach zwei äußerst konservativen Päpsten aus Polen und Bayern müssten nun Brücken zwischen Alltag und Lehre gebaut werden. Dafür gelte es, die kirchliche Lehre vom Evangelium her kritisch zu reformieren.
Die Katholiken betonen, dass auch in anderen Formen des Miteinanderlebens Werte der Ehe wie Liebe, Treue und Verlässlichkeit gelebt würden. Das ZdK erklärt: »Diese Lebens- und Familienformen gilt es ausdrücklich wertzuschätzen, auch wenn sie nicht der Form einer sakramentalen Ehe entsprechen.«

Als Frau und Laie sage ich mit Entschiedenheit: Nach zwei die Lehre bewahrenden Päpsten aus dem durch Jahrhunderte des Leids so tapfer katholischen Polen und dem immer noch so urwüchsig wie fröhlich katholischen Bayern haben wir nun einen Papst aus dem mir sehr fremden, immer noch mehrheitlich katholischen Argentinien, der ebenfalls die Lehre bewahrt, auch wenn das viele gern anders sehen würden. Alle drei wissen und sagen auf verschiedene Weisen, daß die Kirche mit ihrer Lehre eine Brücke ist zwischen Alltag (also Welt) und Himmel, und daß die Brücke zwischen Alltag und Lehre im Beichtstuhl gebaut wird.
Daß es Liebe, Treue und Verläßlichkeit auch unter Sündern gibt, hat die Kirche nie bestritten. Wahrscheinlich ist niemand vollkommen schlecht, ebenso wie niemand vollkommen gut ist. Nur gilt es eben nicht, die Sünde zu wertzuschätzen, sondern das Gute, das auch im Sünder ist, zu fördern, und Menschen, die sich von der Kirche entfernt haben, auf den richtigen Weg zu helfen.

Singles und alleinerziehende Eltern müssten ganz anders als bisher in das Gemeindeleben eingeladen und einbezogen werden.

Als Alleinstehende kann ich bestätigen, daß Alleinstehende von der Kirche ebenso wie von der Welt oft zu wenig Vertrauen bekommen. Zugleich aber kann ich sagen: Ich bin in unserer Gemeinde aktiv, indem ich schreibe, Vorträge halte und singe; das wird gerne angenommen, und ich freue mich darüber.

Und für die wieder verheirateten Geschiedenen solle die Möglichkeit bestehen, »auf Grundlage einer fundierten Gewissensentscheidung« auch zu den Sakramenten, insbesondere zur Kommunion, zugelassen zu werden.

Warum sollte es? Die Unauflöslichkeit der Ehe steht nicht zur Disposition. Das hat zur logischen Folge, daß eine Wiederheirat eine schwere Sünde ist. Im Zustand schwerer Sünde ist der Empfang der Kommunion nicht erlaubt (außer in Todesgefahr). Grund dafür ist die Überzeugung, daß Gott und Sünde nicht zusammenpassen. Reue und der ehrliche Wunsch nach Besserung sind Vorbedingungen für den Empfang der Kommunion.
Wenn ich mir einer schweren Sünde bewußt bin, gehe ich nicht zur Kommunion, bis die Sache durch Beichte und Absolution bereinigt ist. Bei Unsicherheiten frage ich einen Priester. (Das ist nicht so viel anders als das Vermeiden bestimmter Dinge, wenn man nicht ganz gesund ist – und das Konsultieren eines Arztes, wenn man nicht weiß, ob man etwas aus ärztlicher Sicht darf oder nicht. Es ist nur wichtiger.)

Federführend bei diesem Positionspapier ist die Theologieprofessorin Dorothea Sattler. Sie kritisiert theologisch die alte Ehelehre. Diese habe einseitig abgehoben auf den Moment der Eheschließung und kein sonderliches Interesse dafür aufgebracht, wie denn in den folgenden Jahrzehnten Ehe gelebt oder nicht gelebt wurde. Dies sei eine Lehre, die die Menschen fast zwangsläufig habe überfordern müssen. Die Kirche habe die Eheleute faktisch allein gelassen, wenn das einstmals von den Brautleuten erhoffte Glück sich in Unglück, Gewalt und Elend verkehrte hätte.

Das ist schlichtweg unwahr. Die Brautleute versprechen sich vor dem Angesicht Gottes Liebe, Achtung und Treue in guten wie in schlechten Zeiten. Die Kirche ist mit Ehe- und Lebensberatung, geistlicher Begleitung, Seelenführung durch Priester, mit dem Sakrament der Beichte und mit Gebeten immer an der Seite der Eheleute.

Statt dessen brauche es eine menschennahe wie evangeliumsnahe Lehre, die den Verlauf, die lange Strecke des Lebens der Paare respektiere und schätze. Und, so Dorothea Sattler, es braucht »Gradualität«. Damit meint sie ein maßvolles Angehen von eventuell auftauchenden Divergenzen des Lebens zur kirchlichen Lehre.

Die Lehre der Kirche richtet sich nach dem Evangelium und dadurch an alle Christen, darüber hinaus an alle Menschen. Liebe ist für die Kirche keine graduelle, sondern eine absolute Sache. Maßvolles Handeln gehört zu den von der Kirche propagierten Kardinaltugenden. Aber Sakramente sind nicht Handlungen, bei denen ein sinnvoller Maßstab angelegt werden muß, sondern von Gott erwiesene Gnaden. “Gradualität” läßt sich damit nicht vereinen. Es ist Unsinn zu sagen “Ich liebe dich erstmal, laß uns heiraten und dann mal schauen, wie lange wir es miteinander aushalten”.

Zu einer Doppelspitze nach dem Strickmuster Frau/Mann hat sich das Zentralkomitee nicht durchgerungen. Im Vorfeld der Vollversammlung hatte dieser Vorschlag der doppelspitzen-erfahrenen Jugendverbände sowie von Vertretern der Bistümer Paderborn, Köln, Münster und Essen für Aufsehen gesorgt. Den Antrag lehnte eine große Mehrheit der ZdKler aber ab. Blockaden lösen auf der Ebene der katholischen Kirchenlehre, Blockaden halten in der Machtfrage zwischen Frau und Mann? Das Präsidium weist eine solche Interpretation weit von sich. Es argumentierte, es sei wichtig, gerade in einer medienbezogenen Zeit mit EINER Persönlichkeit in Kirche, Politik und Gesellschaft vertreten zu sein. Mögliche Differenzen von zwei Personen würden im Zweifel dem ZdK und seinem Ansehen in der Öffentlichkeit schaden.

Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt zahlreiche Frauen, die mehr bewirkt haben und mehr zu sagen hatten (und durch ihre Verdienste ebenso wie durch ihre Frömmigkeit bis heute zu sagen haben) als alle weiblichen Doppelspitzenhälften von Jugendverbänden und – eventuell – ZdK zusammen. Ich finde es albern und auf eine vertrackte Art sexistisch, Frauen deswegen in Führungspositionen zu berufen, weil sie Frauen sind (und nicht nur, weil sie fähig sind).

Und – selbstverständlich – stünde des Amt der ZdK-Präsidenten auch einer Frau offen. Nun wird im November ein Nachfolger für den seit 2009 amtierenden Bayern Alois Glück (CSU) gewählt werden. Gute Aussichten werden dem Berliner SPD-Politiker Wolfgang Thierse, einem ehemaligen DDR-Bürgerrechtler, nachgesagt. Er wäre der erste Nicht-Unionspolitiker im Amt des ZdK-Präsidenten seit Gründung der Bundesrepublik.

Nett, daß ich ZdK-Präsidentin werden dürfte. Ich will es ebenso dringend wie Priesterin werden – nämlich ganz sicher nicht. Da sei Gott vor.
Wer im übrigen Präsident oder Präsidentin des ZdK ist, wird oder gewesen sein wird, ist mir wirklich nicht wichtig.

Ich bin von der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche weder blockiert noch unterdrückt. Ich gehöre ihr an aus freiem Willen und in der Freiheit der Kinder Gottes. Ich wünsche nicht, als verhuschtes Mäuschen dargestellt zu werden von Menschen, die sich anmaßen, zu wissen, was gut für mich ist. ZdK, lass mich in Ruhe.

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Hörnchen mögen auch Salat

Im Mai sind die Wintervorräte aufgebraucht, neue noch nicht angelegt, die Aufzucht war anstrengend, die Kleinsten müssen noch gesäugt werden, die etwas Größeren brauchen viel Energie zum Wachsen – Eichhörnchen und Vögel kommen ständig ans Fenster und auf den Balkon.

Immer nur Erdnüsse werden irgendwann langweilig, und dann braucht man ja auch Vitamine. So ein kleines Salätchen kommt da gerade recht – findet ein noch junges rotes Hörnchen und ein etwas größeres fast schwarzes. Und ich freue mich wieder einmal, daß beide Farbschattierungen zu mir kommen.

Eichhörnchen auf dem Balkon
Eichhörnchen auf dem Balkon
Eichhörnchen auf dem Balkon
Eichhörnchen auf dem Balkon

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Nicht vergessen: Jeanne d’Arc kommt morgen!

Morgen, am 20. Mai 2015, um 18.00 Uhr im Pfarrsaal Hl. Kreuz, Hildegardstraße 3a (Tür links vom Kirchenportal) lese ich aus den Prozess- und den Rehabilitationsakten der französischen Nationalheiligen.

Der Eintritt ist frei, Spenden für die Kirche sind erbeten.

Ich freue mich sehr und habe jetzt schon Lampenfieber.

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Peter-Singer-Preis – versäumt die Kirche den Protest?

Dem Ethikprofessor Peter Singer soll wegen seiner Verdienste um die “Tierleidverminderung” ein nach ihm benannter Preis verliehen werden. (Ich möchte auf die entsprechende Seite nicht verlinken; sie ist leicht zu ergoogeln.)

Daß es einen deutlichen Hauch von Eitelkeit hat, einen Preis nach einem noch lebenden Menschen zu nennen, um als erstem genau diesem Menschen diesen Preis zu verleihen, ist eine Sache des Geschmacks und der Redlichkeit, mithin nichts, was die deutsche Regierung interessieren muß.

Daß der so Geehrte in seiner Stellung als Ethikprofessor offen und unzweideutig Euthanasie propagiert, darf von der deutschen Regierung nicht übersehen werden. Mord ist in Deutschland verboten. Mord an Ungeborenen (für Singer schon gar keine Diskussion mehr wert, das macht man halt, wenn “es” gerade nicht passt) ist hierzulande zwar auch verboten, es ist aber leicht, dies Verbot ohne jede rechtliche Konsequenz zu umgehen. Mord nach der Geburt ist immer, ohne jede Ausnahme, verboten. Genau dies aber will Singer zum “Recht” machen. So schreibt er in Practical Ethics:

Wenn der Tod eines behinderten Kindes zur Geburt eines anderen Kindes mit besseren Aussichten auf ein glückliches Leben führt, so ist die Gesamtsumme des Glücks größer, wenn das behinderte Kind getötet wird. Der Verlust glücklichen Lebens im Fall des ersten Kindes wird überwogen durch den Gewinn glücklicheren Lebens im Fall des zweiten Kindes. Wenn die Tötung eines Kindes mit Hämophilie keine nachteiligen Folgen für andere hat, wird es in Ordnung sein, es zu töten.

Singer äußert in diesem Buch die Ansicht, die Tötung behinderter Säuglinge sei “nicht moralisch gleichbedeutend mit der Tötung einer Person” und “Sehr oft … überhaupt kein Unrecht”. Mit anderen Worten: Ob Tötung ein Unrecht ist oder nicht, kommt nach Singer darauf an, ob das Kind nach Singers Definition im Vollsinn Person ist; für ihn ist nicht das Menschsein (das von der Zeugung an gegeben ist), sondern das Personsein (das sich in der Tat in den ersten Lebensjahren entwickelt) maßgeblich für das Lebensrecht. Auch komatöse und geistig schwerbehinderte Menschen haben nach dieser Auffassung kein oder nur ein eingeschränktes Lebensrecht.

Wer nun protestiert gegen diese Preisverleihung in der Bundeshauptstadt an einen Menschen, der ununterbrochen in Wort und Schrift gegen das deutsche Grundgesetz Art. 1,1 und Art. 2,2 (Würde, Leben und körperliche Unversehrtheit) verstößt und in Wort und Schrift zu Straftaten gegen das Leben aufruft? Zunächst einmal sehr engagiert eine explizit religionsfeindliche und lebensschützerfeindliche Seite, die klare Argumente gegen diese Preisverleihung sowie eindeutige Zitate von Peter Singer publiziert. Die Seite trägt den Titel Kein Forum für den “Euthanasie”-Befürworter Peter Singer!; in der Selbstbeschreibung heißt es:

Dieser Blog ist nicht mehr der Blog vom Bündnis gegen den Berliner “Marsch für das Leben”. Das Bündnis hat jetzt einen eigenen Blog …
ABTREIBUNG – SUCHT IHR HILFE, INFOS, TIPS?
Das ist ein Blog, der sich hauptsächlich mit den Umtrieben selbsternannter Abtreibungsgegner_innen, gesetzlichen und praktischen Veränderungen in der Erhältlichkeit von Abtreibungen beschäftigt. Wenn ihr grade akut ein Problem habt, findet ihr hier Hilfe, Beratung und alles andere.

Deutliche Worte finden drei Politiker.

Corinna Rüffer, Behindertenpolitische Sprecherin der Grünen:

Dass jemand, der die Tötung behin­der­ter Säug­linge lega­li­sie­ren will, aus­ge­rech­net in Deutsch­land zum wie­der­hol­ten Mal einen Preis bekommt, treibt mich vor Wut auf die Palme. Ich hoffe, dass sich dage­gen nicht nur Men­schen mit Behin­de­run­gen und ihre Ver­bände wen­den.

Kat­rin Wer­ner, Bun­des­tags­ab­ge­ord­nete (Linke):

Es ist uner­träg­lich, dass sol­chen men­schen­ver­ach­ten­den Ein­stel­lun­gen eine öffent­li­che Platt­form gebo­ten wird! Sol­che Ansich­ten dür­fen nicht als legi­tim aner­kannt wer­den. Sie dür­fen nie wie­der salon­fä­hig wer­den – das lehrt uns die Geschichte. Die Ber­li­ner Ura­nia sollte ihre Räum­lich­kei­ten für eine sol­che Ver­an­stal­tung nicht zur Ver­fü­gung stel­len.

Uwe Schummer, Behindertenbeauftragter (CDU):

Hier wird einem Mann ein Podium geboten, der behinderten Menschen – insbesondere Säuglingen – das Lebensrecht abspricht. Das geht gar nicht.

Quelle

Ich habe von den Kirchen nicht einen Aufruf zum Protest gefunden. Das heißt zwar nicht, daß es keinen geben kann – vielleicht habe ich etwas übersehen. Es heißt aber ganz sicher: Wenn die Kirche gegen diese Preisverleihung protestiert, tut sie es in beschämend schlecht bemerkbarer Weise.

Ich hätte Zeit und Möglichkeit, vor der Urania zu protestieren. Nun muß ich zwar, wenn ich hingehe, mit meinen politischen Erzfeinden nicht ins Bett gehen. Aber mit ihnen gemeinsam auf die Straße gehen finde ich schlimm genug. Ich weiß ja, daß ich, sobald ich den Mund aufmache und etwas zu meinen Motiven sage, von den Veranstaltern bestenfalls mit Spott, wahrscheinlicher noch mit Hass bedacht werde. Ich weiß auch, daß es mir sehr schwerfällt, in einem solchen Falle zu tun, was Jesus empfiehlt. Ja, ich habe Angst, an der Demonstration teilzunehmen. Und ich möchte gern gegen diese Preisverleihung demonstrieren. Ich habe keine Ahnung, was ich tun soll.

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Hörnchen kommt zu Besuch

Endlich kann ich wieder die Hörnchen in die Wohnung locken!
Nun ja – noch ist es mißtrauisch. Eine Erdnuß hat es vom inneren Fensterbrett genommen und gefrühstückt, aber nun ist ihm doch etwas unheimlich zumute. Der Mensch ist ja nicht mehr hinter Glas, und wer weiß, was er dann tut, der Mensch. Das schwarze Ding, das der Mensch immer wieder hochhält, hat bisher zwar nie angegriffen, aber wer weiß?

Eichhörnchen

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Bankautomaten werden überbewertet

… manchmal sind sie auch erschöpft.

Bankautomat

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Hörnchens Himmelfahrt

… geht jedenfalls senkrecht nach oben. Mit einer Erdnuß!

Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen

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