Immer mal wieder

… ein kleiner Hinweis:

Hier ist mein neues Weblog.

Und hier ist mein allerneuestes Weblog, für mein dito Buch.

Alles sehr lesenswert! Also, liebe Kalliopeleser, kommt und schaut – hier auf Kalliope ist nichts weiter mehr los. Als Nachschlagewerk bleibt es natürlich erhalten.

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Eigentlich war hier ja Schluss.

Aber uneigentlich stelle ich fest: Hier sind immer noch, obwohl ich hier nicht mehr schreibe und auf mein neues Blog verlinkt habe, massenweis Leser unterwegs – und auf meinem neuen Blog nicht.

Ey! Leute! Mein neues Blog ist viel besser! Also zumindest nicht schlechter. Und jedenfalls bekennender. Überzeugter. Katholischer!

Also, mein neues Blog ist so, wie es sein soll.

Guckt selbst.

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Seitenende

Heute schließe ich dies Weblog.
Das heißt: Es bleibt erhalten, wird aber nicht weitergeführt und kann nicht mehr kommentiert werden.
Keine Panik! Ich blogge selbstverständlich weiter – ein neues Weblog befindet sich im Aufbau unter dem Namen Katholisch? Logisch!

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Patriarchat versus Demokratie

Nach einem leider ausartenden Streit zu diesen Themen habe ich mir darüber vielleicht etwas genauere Gedanken gemacht als mein Kontrahent und ganz sicher genauere als vorher.

Ich habe in der Kontroverse nicht das Patriarchat verteidigt, wohl aber die Demokratie. Mit etwas mehr Sachlichkeit hätten beide Seiten sagen können:
Tja, schiefgehen kann beides!

Patriarchalisch organisiert ist die Kirche, der ich mit voller Überzeugung, freiwillig und froh angehöre. Hier zeigt sich Patriarchat von der guten Seite – die Kirche gestand Frauen und Männern bereits gleiche Würde zu, als die heidnische griechische Welt und der größte Teil der ebenfalls heidnischen römischen Welt vom Wert der Frauen noch nichts ahnte. Frauen haben von Anfang an missioniert, Katechese und Diakonie organisiert und betrieben, sich ebenso wie Männer aufgeopfert, ebenso wie Männer theologische, medizinische und lyrische Werke verfasst; die unübersehbare Menge an Heiligen setzt sich aus gleich viel Männern und Frauen zusammen (anders als die Bundesregierung mit fast doppelt so vielen Männern wie Frauen). Ich will jetzt nicht weiter darauf eingehen, daß es keine katholischen Priesterinnen geben kann – ich habe hierzu 2013 (noch mit einiger Unsicherheit) und dann, durch Vernunftgründe überzeugt, im vergangenen Sommer geschrieben.

Nun ist die Kirche kategorisch etwas anderes als ein Staat oder eine Familie (auch wenn zu letzterer gewisse Parallelen hat). In einem patriarchalen Staat werden Frauen regelmäßig als unterlegen angesehen. Nicht die Kirche hat Frauen Menschenrechte vorenthalten – sondern immer wieder zahlreiche Staatsgebilde, christliche und nichtchristliche, religiöse und nichtreligiöse (wo, bitteschön, ist die paritätisch aus Männern und Frauen gebildete sozialistische oder kommunistische Regierung?). In China wird bis heute Mädchen ab utero weniger Lebensrecht zugestanden als Männern, dies mit Duldung der Regierung. Staatliches Patriarchat, ganz gleich unter welchem Deckmantel, geht schief.

Demokratie halte ich für die beste Staatsform – was nicht heißt, daß sie unbedingt funktionieren muß, und nicht, daß sie grundgut ist. Das Blöde an menschlichen Gesellschaften ist, daß sie es mit einem Haufen von Sündern zu tun haben, weil es andere Leute eben nicht gibt. (Das gilt zwar auch für die Kirche, aber die ist ja auch, wie der Heilige Vater es so schön formuliert hat, „kein Hotel für Heilige, sondern ein Lazarett für Sünder“. Die Kirche ist da, weil wir Sünder sind – der Staat muß bestehen, obwohl wir Sünder sind.)

Oligarchien und Monarchien haben den Nachteil, daß immer eine winzige Minderheit darüber entscheidet, was für die Mehrheit gut ist – und zwar ohne die Mehrheit zu fragen, in der Regel ohne auch nur einen bedeutenden Teil der Mehrheit zu kennen, und ohne Korrektiv. Das kann gut gehen, wenn die Spitze des Staates sich aus weisen und gebildeten Menschen mit praktischer Vernunft zusammensetzt. Dies ist aber nur selten der Fall.

Demokratie kann schiefgehen – bis dahin, daß sie ihre eigenen Vernichter wählt. Andererseits lebe ich in einer Demokratie und zugleich, bei aller berechtigten Kritik, in einem Land mit weitgehender Meinungsfreiheit, Gewissensfreiheit, einer noch ziemlich gut funktionierenden Wahrung der Menschenrechte. Die derzeitigen beunruhigenden Wege dieses Staates sind eben nicht mehr demokratisch, sondern wesentlich diktatorisch, und noch in einem Maße, das ich an optimistischen Tagen für heilbar halte.

Zuletzt noch ein schräger Gedanke: Demokratie gehört am Ende auch zu den Sachen, die die Kirche besser kann als der Staat. Die erste kirchliche Wahlveranstaltung geschah, um die durch den Verrat und Tod des Judas freigewordene Apostelstelle zu besetzen.

So muß nun von den Männern, die mit uns gegangen sind die ganze Zeit über, da der Herr Jesus unter uns ein und ausging, von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tage, da er von uns hinweg aufgenommen wurde, einer von diesen muß mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden. Und sie stellten zwei dar, Joseph, genannt Barsabas, mit Zunamen Justus, und Matthias, beteten und sprachen: Herr, du Kenner aller Herzen, zeige an, welchen von diesen beiden du erwählt hast, das Los dieses Dienstes und Apostelamtes zu empfangen, von welchem Judas abgetreten ist, um hinzugehen an seinen Ort. Und sie gaben ihnen Lose, und das Los fiel auf Matthias, und er wurde zu den elf Aposteln hinzugewählt.

Apg. 1,15-26

Die zweite kirchliche Wahl hatte den praktischen Grund, Verkündigung und Diakonie organisatorisch zu trennen.

In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden. Da beriefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ziemt sich nicht, daß wir das Wort Gottes verlassen, um bei den Tischen zu dienen. Darum, ihr Brüder, sehet euch nach sieben Männern aus eurer Mitte um, von gutem Zeugnis, voll heiligen Geistes und Weisheit; die wollen wir für diesen Bedarf bestellen, wir aber wollen im Gebet und im Dienste des Wortes verharren. Und die Rede gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. Diese stellten sie vor die Apostel, und sie beteten und legten ihnen die Hände auf. Und das Wort Gottes nahm zu, und die Zahl der Jünger mehrte sich sehr zu Jerusalem, auch eine große Zahl von Priestern wurden dem Glauben gehorsam.

Apg. 6,1-7

Diese Wahlen waren einerseits mehrheitliche Beschlüsse – andererseits geschahen sie nach gemeinsamem Gebet um eine gute Wahl. Man kann das sicher nicht 1:1 auf Demokratien übertragen, aber ich glaube, mit weniger Reden und mehr Gebeten vor Wahlen wäre schon eine Menge gewonnen.

Ich bin und bleibe Katholikin, denn besser geht es nicht.
Ich bleibe wahrscheinlich Demokratin, es sei denn, ich werde durch Vernunftgründe von etwas Besserem überzeugt.

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Schneeweißchen, Rosenrot und das kleine Schwarze

… stehen alle an der Kirche und gehen nicht hinein.

Vespa
Vespa

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Sankt Martin

Über den liebenswürdigen Heiligen, der heute so folkloristisch gefeiert wird, habe ich schon mehrmals geschrieben.

Kirchengeschichte zum Martinstag habe ich in meiner Studienzeit gelernt.

Einen Choral habe ich auch für ihn geschrieben.

St. Martin
Melodie: Großer Gott, wir loben dich

Martin mußte lange Zeit
Als Soldat des Kaisers leben.
Waffen und Soldatenkleid
Trug er nur mit Widerstreben,
Wollte, statt im Heer zu stehn,
Jesu Friedenswege gehn.

Als er um den Abschied bat,
Ließ der Kaiser ihn nicht ziehen,
Sprach von Feigheit und Verrat.
Martin sprach: „Ich will nicht fliehen,
Doch auch Blut vergießen nicht:
Christus ist mein Friedenslicht.“

„Ohne Waffen laß mich gehn,
Ohne Furcht vor Kriegsgefahren.
Wehrlos will vorm Feind ich stehn,
Jesu Kreuz wird mich bewahren.
Jesus ist mein guter Hirt,
Der den Frieden schaffen wird.“

Bischof Martin folgte Gott,
Tat und lehrte Sein Erbarmen,
Teilte gerne in der Not
Brot und Wissen mit den Armen.
Eigne Not galt ihm gering,
Bis sein Weg zu Ende ging.

„Herr, es ist ein harter Streit,
Deinen Dienst zu tun im Leben.
Und ich kämpfte lange Zeit!
Willst Du mir nun Abschied geben,
Ruh ich gern, doch auf Dein Wort
Führ ich Deine Sache fort.“

Martins tapfrer Lebenslauf
Ist im Frieden ausgeklungen.
Gott nahm Seinen Diener auf,
Engel haben ihm gesungen,
Trugen ihn nach Leid und Streit
In die lichte Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

Und angesichts der alljährlichen Martinsgaudi schrieb ich:

Ach Martin

Martin, ach, Laternenlicht
wär dir wohl noch recht geworden,
auch die lauten Kinderhorden,
aber Heidentum doch nicht!

Nur Kostümfest und Geschrei,
Glühwein dann und Würstchenessen,
kannste als Asket vergessen,
wärste eh nicht gern dabei!

Martin, trotz der Feierei
ohne Glaubensgrund und Wissen
wollen wir dich doch nicht missen –
steh uns armen Toren bei!

Bitt für uns mit frommem Sinn,
Gott woll uns den Tand vergeben!
Laß die armen Gänse leben,
den Klamauk nimm freundlich hin,

hilf, die Großen wachzurütteln,
bis sie sich zu Gott gewandt,
nimm die Kleinen bei der Hand!
Sonst ist dieses Fest zum Schütteln.

© Claudia Sperlich

Und wie war das nun mit dem Mantel?

Jeder Offizier besaß einen Mantel, bestehend aus einem anliegenden Oberteil und einem darangesetzten Unterteil, einer Art Rockschoß. Das Oberteil wurde vom römischen Heer gestellt. Das Unterteil hatte der Soldat selbst zu besorgen. Was Martin – der nur widerstrebend dem Militär angehörte – tat, war nicht nur gütig, es war auch subversiv.
Das Oberteil konnte er nicht weggeben, es gehörte ihm ja nicht. Aber das Unterteil konnte er verschenken – damit war zwar der Mantel zerstört, und sicher hat ihm das neben dem Gespött der Kameraden auch eine Disziplinarstrafe eingetragen, aber es war kein Eigentumsdelikt, und der Bettler hatte etwas, um sich einzumummeln.

Das lateinische Wort gladius wird üblicherweise mit Schwert übersetzt. Bei diesem Wort denken wir meist an eine Langwaffe; tatsächlich bezeichnete es in den ersten Jahrhunderten der Christenheit (und vorher) ein einschneidiges Kurzschwert, dessen Länge variierte. (So hat Petrus, als er bei Jesu Festnahme zum gladius griff, auch nicht mehr gehabt als eine Art Taschenmesser – wie man heute legal im Anglerbedarf kaufen kann.)
Man kann sich das leicht klarmachen. Mit einer Langwaffe eine Naht auftrennen, ohne wesentlich mehr kaputtzumachen, oder auch jemandes Ohr abschlagen, ohne daß es zugleich den Rest des Kopfes trifft – das ist praktisch unmöglich. Mit einem größeren Taschenmesser geht das schon leichter. (Lassen Sie, geneigter Leser, es trotzdem bleiben, jedenfalls das mit dem Ohr. Das mit dem Mantel ist schon in Ordnung.)

Martin, als Offizierssohn zwangsverpflichtet und selbst Offizier, aber ohne Freude daran, interessiert sich seit seiner Schulzeit für das Christentum. Beim Militär wird das nicht gern gesehen, er ist trotz seines hohen Postens ein Außenseiter.
Er sieht einen Bettler am Straßenrand. Denkt vielleicht: Ach, meine Luxusprobleme – dem hier geht es wirklich miserabel. Spontan fasst er den Entschluss, zu helfen, will am liebsten den Mantel als Ganzes weggeben – aber das geht nicht, ruft er sich zur Ordnung, der Mantel gehört mir ja nicht… das heißt: Die Hälfte gehört mir schon! Steigt vom Pferd, setzt sich neben den Bettler (die Kameraden gucken schon komisch!), zieht den Mantel aus, nimmt das Dolchmesser her und trennt mit heimlichem Grinsen (Die werden sich wundern in der Kaserne!) die Naht auf. Legt dem Bettler das Unterteil des Mantels – nun einfach ein großes rechteckiges Stück roten Wollstoff – um die Schultern: Hier, du sollst ja nicht frieren!
Zieht das Oberteil wieder über – es schließt nun in Hüfthöhe ab mit ausgefranster Kante und wirkt ziemlich albern. Die Leute gucken komisch. Und Martin strahlt übers ganze Gesicht und betet im Stillen: Danke, Herr! Beschütze den Bettler – und bitte, lass mich meine Vorgesetzten ertragen, egal was sie tun.
Der Bettler fühlt auf der Haut den soliden, dicken Wollstoff. Warm. Und rot. Martin schaut zurück und denkt: Der Herr hat auch einen roten Mantel umgehabt – von einem Soldaten.

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Der Aquinat, die Droste und die Gottesmutter

Zwei Katholiken, zwei Frauen, zwei Vielschreiber, zusammen drei.
Und sie bescheren mir heuer eine ziemliche Dichte an Vorträgen – in Berlin, Potsdam und Köthen. (Potsdam! Köthen! Und in Dinslaken war ich auch schon! Ich finde, das sieht nach einer steilen Karriere aus.)
Übrigens – selbst Dogmengeschichte ist zum guten Teil lustig.

Bis zum Lichte, das Du bewohnst
Thomas von Aquin

Am Mittwoch, 18. November 2015
19.30 Uhr
Katholische Kirchengemeinde St. Maria Köthen
Springstraße 34
06366 Köthen/Anhalt

Ein Vortrag – oder eine Lesung? Man kann es so oder so nennen. Ich werde den Aquinaten, sein Werk und seine Zeit vorstellen und seine Hymnen vortragen – in meiner Übertragung. Natürlich wird auch die schöne lateinische Sprache zu hören sein, deren Klang ich so liebe. Aber keine Sorge – man muß nicht Latein können, um meinen Vortrag zu verstehen.

***

Am Donnerstag, 26. November
19.30 Uhr
St Marien, Friedenau
Bergheimer Str. 1
14197 Berlin

Benefizveranstaltung für die Sanierung der Orgel

Mitglieder der Gemeinde stellen ihre Lieblingsautoren vor.
Auch ich werde etwa zehn Minuten lang lesen – aus dem Werk einer Dichterin des 19. Jhs., die ich für eine der besten halte.

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Gleich einer Mänade im Sturm – Annette Freiin von Droste-Hülshoff

Am Mittwoch, 2. Dezember
18.30 Uhr
Heilig Kreuz, Wilmersdorf
Hildegardstr. 3a
10715 Berlin
Eingang links neben der Kirche, 2. Tür links, 1. Stock

Die Droste war eine äußerst produktive Dichterin mit unverwechselbarem Stil, wachen Geistes, mit scharfer Beobachtungsgabe und vom westfälischen Katholizismus tief geprägt. Ihre dichtenden Zeitgenossen, darunter Schiller und Goethe, nahmen sie kaum wahr, und bis heute wird der größte Teil ihres gewaltigen Werks kaum gelesen – obwohl sie zweifellos zu den bedeutendsten deutschen Literaten gehört.

Der Eintritt ist frei, eine Spende für die Sanierung der Orgel ist erbeten.

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Am Dienstag, 8. Dezember
19.30 Uhr
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam

Mariä Empfängnis – Geschichte eines Dogmas
Das Dogma der Unbefleckten Empfängnis besagt, Maria sei von Anfang an, ohne eigenes Verdienst, aus Gnade von der Erbsünde frei geblieben. Zum Dogma erhoben wurde diese Auffassung erst im 19. Jh.; die mittelalterliche Kirche war sich keineswegs einig hierüber.

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