Montag der zweiten Fastenwoche

Jesus
Sonettenkranz
VIII

Ich soll Dein Wort, Dein Reich, Dein Leben erben –
Nach Weltmaß arm, vor Dir ein Königskind,
Für Menschen eine alte Frau, die spinnt –
Und doch warst Du bereit, für mich zu sterben.

Was mir die Welt gibt, ist ein schwacher Wind,
Der manchmal schwillt zum Sturm und zum Verderben,
Ein kalter Regen über Lebensscherben,
Ein schmaler Wasserlauf, der bald verrinnt.

Ich hätte alles, wenn ich Bettler wäre,
Und Deine Liebe doch im Herzen trüge.
Doch ohne Dich ist aller Reichtum Lüge.

Denn Du, Herr Jesus, bist vollauf genug.
Wo Du nicht bist, herrscht letztlich der Betrug.
Du, Herr, bist alles. Außer Dir nur Leere.

© Claudia Sperlich

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Überschüttet mit Gutem und Schönem

Zu meinem Geburtstag wurde ich sowohl im dreidimensionalen Leben als auch mit Gezwitscher und Gesichtsbuch mit Glück- und Segenswünschen, Bildern und Blümchen förmlich in Samt und Seide eingehüllt.
Ich habe den Tag begonnen damit, noch vor den Laudes ein Brot zu backen, habe nach der morgendlichen Messe Freundinnen bei mir bewirten dürfen, habe von der Künstlerin Doris Kollmann ein wundervolles Bild bekommen (hier nur als sehr ungenügendes Photo zu sehen), war als Lektorin bei der Vorabendmesse – war aus unerfindlichen Gründen nervös und habe mich versprochen, bekam dafür vom Kaplan einfach nur liebenswürdige Worte zu hören mit der Zusicherung, es sei gut gewesen und ich solle mir keine Sorgen machen.
Das war ein unglaublich schöner Tag – wie eine Tankstelle für die Seele.

Ihr Lieben alle – ich danke Euch von Herzen!

Doris Kollmann: Mandelzweig

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Reminiscere

Jesus
Sonettenkranz
VII

Und daraus willst Du mir ein Festkleid weben:
Aus meiner Reue und aus Deinem Blut.
Du machst durch Deinen Tod mein Leben gut,
Durch Deinen Tod führt Sterben mich zum Leben.

Mein Geist wird wach durch Deines Geistes Glut,
Nicht durch mein eigenes begrenztes Streben.
Nur Du kannst Schöpferkräfte weitergeben,
Nur Du befeuerst den Bekennermut.

Du hast mich angeworben. Lass mich werben
Für Deine lebensfrohe wahre Lehre,
Und lass mich alles tun zu Gottes Ehre.

Du hast mir nicht nur alle Schuld verziehen –
Auch Königswürde hast Du mir verliehen:
Ich soll Dein Wort, Dein Reich, Dein Leben erben!

© Claudia Sperlich

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Fastenkompatibles Festessen

Geburtstagsfrühstück

Alles vegan und überaus köstlich! Photographiert vor dem Eintreffen der Gäste – die Kaffeekanne ist hier noch leer, nur Staffage. Denn natürlich wird der Kaffee frisch gebraut!
Es gibt:

Brot: Vollkornweizenmehl, Kokosmilch, Hefe, frisch gemörserter Koriander, Salz, Wasser. Teig am Vorabend kneten, morgens noch einmal kräftig durchkneten, Brot formen und je nach Größe 40 bis 50 Minuten backen, im ausgeschalteten Ofen lassen, bis er kalt und es noch warm ist. Brot ist fertig, wenn es beim Draufklopfen hohl klingt.

Aufstrich I: 200 g braune Linsen kochen, mit knapp 1/2 Dose Kokosmilch und etwas Kräutersalz pürieren. Frischen Thymian und frische Melisse fein hacken und untermischen.

Aufstrich II: 200 g rote Linsen kochen, mit knapp 1/2 Dose Kokosmilch und etwas Kräutersalz pürieren. Frisches Basilikum fein hacken und untermischen. (Daß Basilikum nur kleingezupft und keinesfalls gehackt werden darf, ist ein alter Aberglauben.)

Aufstrich III: 150 g Reis und eine Handvoll Erdnüsse (ungesalzen) mit Salz und reichlich Currypulver kochen, mit dem Rest Kokosmilch und / oder Olivenöl pürieren. Scharf!

Geraspelte Möhren mit etwas Zucker und Zitronensaft.

Kaffee vor dem Aufbrühen mit etwas frisch gemörsertem Kardamom würzen. Dazu, wenn man möchte, Hafermilch.

Die in der Fastenzeit erlaubte einmalige Sättigung am Tag ist nach diesem Frühstück ziemlich leicht einzuhalten.

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Dreiundfünfzig Jahre

Ich werde in ein neues Jahr getragen
durch Gottes Gnade und von Seiner Hand.
Ihm will ich dienen. Von Ihm will ich sagen,
was immer faßt mein Herz und mein Verstand.

Ihm gelte all mein Können, all mein Wollen
in diesem und in jedem Lebensjahr.
Er lasse mich im Dürfen wie im Sollen
erkennen und bekennen: Er ist wahr.

© Claudia Sperlich

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Samstag der ersten Fastenwoche

Jesus
Sonettenkranz
VI

Mein ängstliches und fehlerhaftes Streben,
So oft nach eitlen, Dir so fernen Zielen,
Führt von Dir fort, als wollte ich verspielen,
Was Du mir schenktest – Liebe, Sinn und Leben.

Ich will nicht mehr nach Anerkennung schielen
Und tu es doch, und lass mich gern umgeben
Von Beifall, möchte über andern schweben,
Ich träume, hochgeehrt zu sein von vielen.

Ich bitt Dich, meine Sünden zu vergeben,
Und habe Angst, Dich nicht mehr zu erreichen,
Und weiß, ich kann die Schuld nicht selbst begleichen.

Du fügst zu meinem unvollkommnen Bitten
Die Qualen, die für mich Du hast durchlitten –
Und daraus willst Du mir ein Festkleid weben!

© Claudia Sperlich

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Geschrieben aus Langeweile

bei (nicht nach) einer Versammlung der Hausbewohner, untermalt von Gezänk.

Während der Sitzung

Ich frage nicht, mein Gott, woher der Tod,
Woher das Böse kommt, das alle leiden
Und tun; ich frag auch nicht, warum wir scheiden
Von so viel Gutem und so wenig Not.

Ich will auch niemand um sein Gut beneiden,
Will keinem je mißgönnen Wein und Brot,
Und wenn nun wieder Zank und Hader droht,
Will ich, so gut es geht, den Streit vermeiden.

Dazu, mein starker Gott, gib mir die Kraft,
Gib mir den Geist der Langmut und der Güte.
O Herr, vor Nervenkrisen mich behüte!

Ich frage nur, Du Geist, der Frieden schafft –
Herr, wenn es geht, mach mir das doch verständlich:
Ist dies die Hölle, oder ist es endlich?

© Claudia Sperlich

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Eine Ortschaft mit drei Namen

Peter Esser erwähnte gesprächsweise die Glocken von Hippelank. Kurzes Nachforschen belehrte mich, daß es diesen Ort in der Tat gibt und daß er unter zwei weiteren Namen bekannt ist. So entstand ein

Preislied auf Hippelank

O Stadt der Träume, Hippelank,
o Jrmlekuse, Grimlingshausen,
woher die Kirchenglocke läutet,
du Stadt, dereinst so ausgebeutet,
wo Rhein- und Erft-Gewässer brausen –
Preis sei dir – und dem Höchsten Dank!

© Claudia Sperlich

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Freitag der ersten Fastenwoche

Jesus
Sonettenkranz
V

Ich habe nichts für Dich als meine Scherben,
Als diesen Körper, der durchs Leben hetzt,
Von Leichtsinn, Gier und Eitelkeit verletzt,
Der wenig helfen kann und viel verderben,

Als diesen Geist, der viel verspricht und schwätzt,
Der gern sich loben hört und gern umwerben,
Der sucht, die Welt nach seinem Wunsch zu färben
Und der sich allzu häufig überschätzt,

Als dieses Herz, das zittert durch mein Leben,
Das zwischen Hochmut, Angst und Zweifel schwankt,
Zu wenig liebt und Dir zu selten dankt,

Als diese Seele mit dem Wetterschaden.
Nimm alles an, Herr, nimm dazu in Gnaden
Mein ängstliches und fehlerhaftes Streben.

© Claudia Sperlich

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Hörnchen posiert wieder!

Ich hatte lange keine Gelegenheit, Hörnchen abzulichten – entweder waren sie zu schnell weg, oder sie ließen sich gar nicht erst blicken. Heute hat endlich wieder ein besonders hübsches Kerlchen vor meinem Fenster gespeist. Willkommen!

Eichhörnchen
Eichhörnchen

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