Unpassend, aber ambrosianisch!

Es ist zwar noch nicht Weihnachten – aber wo ich nun mal dabei bin, muß auch diese neue Übersetzung eines ambrosianischen Hymnus gezeigt werden.

Christus, Erlöser aller Welt,
des Vaters einz’ger Sohn, aus Ihm
geboren vor dem Anbeginn
und unbegreiflich – Du allein.

Du Licht, des Vaters Abglanz Du,
Du ewge Hoffnung aller, hör
die Bitten, die auf aller Welt
Dir Deine Diener vorgebracht.

Des Heiles Gründer, sei gedenk:
Einst nahmst Du an des Leibs Gestalt,
da Du geboren bist von der,
die unversehrte Jungfrau war.

Der gegenwärtge Tag bezeugt
in seinem Lauf im Jahreskreis,
daß Du allein zum Heil der Welt
vom Thron des Vaters kommen wirst.

Dann jubeln Himmel, Erde, Meer
und alles, was in ihnen ist,
den Gründer Deiner Wiederkunft
und loben Ihn mit ihrem Lied.

Wir auch, von Deines Heilgen Blut
sind wir erkauft, so singen wir
im Einklang Dir ein neues Lied
an diesem Tag Deiner Geburt.

Dir sei die Ehre, Herr, der Du
von einer Jungfrau bist geborn,
dem Vater auch und Heilgem Geist
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Ambrosius, zwei Versionen

Der folgende österliche Hymnus wird Ambrosius zugeschrieben. Liturgischer Brauch hat ihn in drei Teile geteilt, die zu verschiedenen Festen gesungen werden. Von der geläufigeren, viel später entstandenen und stark abweichenden Fassung (die ich weiter unten vorstelle) unterscheidet ihn neben der Länge die stärker verdichtete Sprache.
Daß Ambrosius den Engel zu den Frauen am Grab sermone blando, wörtlich: in schmeichelndem Tonfall, sprechen läßt, finde ich süß von dem Kirchenvater.

Der Morgen glänzt wie rotes Gold,
der Himmel schallt von Lobgesang,
und jubelnd springt die Erde auf,
es stöhnt und heult die Unterwelt,

Da als der stärkste König Er,
da Todes Macht gebrochen ist,
mit Seinem Fuß die Hölle zwingt,
die Armen aus den Fesseln löst.

Den eingeschlossen hielt der Stein,
der von Soldaten war bewacht,
der triumphiert in edler Pracht,
ersteht als Sieger aus dem Grab.

„Beglichen sind die Seufzer nun
und alle Pein der Unterwelt,
da auferstanden ist der Herr!“
So ruft der Engel strahlend aus.

Betrübt war die Apostelschar,
ihr Herr war tot, verurteilt hat
zu roher Todesstrafe Ihn
die ungerechte Dienerschaft.

Der Engel sprach in sanftem Ton,
den Frauen sagte er voraus:
“In Galiläa ist der Herr,
ihr könnt Ihn sehen, geht nur schnell.”

Sie brachen auf mit raschem Schritt,
dies den Aposteln kundzutun,
und da sie sahen, daß Er lebt,
des Herren Füße küssten sie.

Die Jünger hatten’s kaum gehört,
da brachen sie in Eile auf
nach Galiläa, um zu seh’n
des Herrn ersehntes Angesicht.

Die Sonne glänzt mit reinem Strahl,
von österlicher Freude hell:
da Christus die Apostel schon
anseh’n in leiblicher Gestalt.

Die Wunden hatte Er gezeigt,
die leuchteten an Christi Leib –
sie haben öffentlich bekannt,
daß auferstanden ist der Herr.

Du milder König Christus, nimm
von unsern Herzen Du Besitz,
Dir sei gebührend unser Lob
für alle Zeiten dargebracht!

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Die Version von Urban VIII. (viel zu modern für meinen Begriff) wird häufiger verwendet als das Original. Eigenartig und für den Übersetzer äußerst kniffelig ist die Formulierung patrum senatum liberum – von mir übertragen mit der Väter freie Scharen – da senatus ursprünglich der Ältestenrat ist, eine mehr oder weniger würdige Menge.

Den Himmel rötet Morgenlicht,
die Luft tönt wider von dem Lob,
und jubelnd triumphiert die Welt,
und schaudernd bebt die Unterwelt,

Da jener König voller Kraft
hinauf aus Todes tiefem Schacht
der Väter freie Scharen führt
hinauf zum Leben und zum Licht.

Der, dessen Ruhestatt ein Stein
versiegelt hielt als starke Wacht,
Er triumphiert als Sieger, Er
begräbt den Tod in Seinem Grab.

“Genug ist durch Grab bezahlt,
durch Tränen und durch Schmerz genug!
Des Todes Tilger – Er erstand!”
So ruft der Engel strahlend aus.

Daß, Jesus, jedem Herzen Du
zur steten Osterfreude wirst,
befrei von bösem Tod in Schuld,
die für das Leben neu geborn.

Preis sei dem Vater, unserm Gott,
dem Sohn, der auferstanden ist
vom Tode, und dem Tröster auch
von Ewigkeit zu Ewigkeit.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , , | 3 Kommentare

Korrespondenz einer Rückschrittlichen

Auf der Homepage der Linken – einer sich demokratischen Grundsätzen verschreibende Partei – steht seit einiger Zeit unter dem Titel Marsch für das Leben blockieren – Paragraph 218 abschaffen ein Aufruf, in dem die Parteivorsitzende Katja Kipping zitiert wird:

Das Recht auf Selbstbestimmung über den eigen Körper ist ein Menschenrecht. Dass sich Frauen in Deutschland noch immer nicht ohne Beratungszwang für einen Schwangerschaftsabbruch entscheiden können, ist beschämend. Der Paragraph 218 muss endlich vollständig aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch gestrichen werden.

Ich rufe alle auf, sich den Protesten gegen Neokonservative und christliche Fundamentalistinnen und Fundamentalisten anzuschließen und am 19. September für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung auf die Straße zu gehen.

Am 30. Juni 2015 hatte ich an die Linke gemailt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben zur Blockierung des Marsches für das Leben aufgerufen.
Darf man genehmigte Versammlungen unter freiem Himmel blockieren?
Darf man Menschen, die im Rahmen der freien Meinungsäußerung ihre Meinung sagen, niederbrüllen?
Darf man verhindern, daß Menschen sich waffenlos, friedlich, behördlich genehmigt und vollständig im Rahmen der Gesetze versammeln?
Meiner Ansicht nach darf man nicht.
Aber vielleicht können Sie ja zivilisiert antworten, obwohl ich eine andere Ansicht habe als Sie.

Beste Grüße
Claudia Sperlich

Heute erhielt ich diese Antwort:

Sehr geehrte Frau Sperlich,

Frau Kipping ist immer sehr beschäftigt und hat mich deswegen gebeten, Ihnen zu antworten.
Zu Ihrer Frage möchte ich Folgendes sagen:
Das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Der Paragraph 218 greift dieses Recht an, in dem er den Schwangerschaftsabbruch unter Strafe stellt. Nur, wenn Frauen sich einer Zwangsberatung unterziehen, wird von einer Strafe abgesehen. Der Paragraph 218 gehört deshalb endlich vollkommen abgeschafft. Die Frauenbewegung fordert dies schon seit Jahrzehnten.
Der Marsch für das Leben steht diesem Fortschritt entgegen. Konservative fordern hier, das Recht auf die sexuelle Selbstbestimmung der Frau einzuschränken. Diese Forderung ist rückschrittlich und falsch. Deswegen unterstützt die Partei DIE LINKE ich die Proteste gegen den Marsch für das Leben und ruft dazu auf, sich an diesen zu beteiligen. Dass Frau Kipping in ihrer Pressemitteilung zu einer Blockade aufruft, ist missverständlich, da sie lediglich die Gegenproteste unterstützt. Selbstverständlich hält sie das Demonstrationsrecht in Deutschland hoch. Konservativen und antifeministischen Menschen etwas entgegen zusetzen hält Frau Kipping jedoch für die Aufgabe jedes Menschen mit Gerechtigkeitssinn.

Mit besten Grüßen,
Kerstin Wolter

Ja, Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht, das sich selbstverständlich auch auf die Sexualität bezieht.
Nein, der § 218 greift dies Recht nicht an.
Denn es geht bei Abtreibung nicht um sexuelle Selbstbestimmung, sondern um das Leben. Es geht im § 218 StGB um Art. 2 Abs. 2 GG – und zwar in Bezug auf das Kind. Davon unbeschadet darf nach deutschem Recht jede Frau bei gegenseitigem Einverständnis Sex haben, mit wem sie will. Sie darf nur nicht beseitigen, wen sie will. Niemand darf das.

Als Mensch mit Gerechtigkeitssinn unterstütze ich den Marsch für das Leben.

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , | 9 Kommentare

Ambrosius – diesmal etwas zur Nacht

Wieder habe ich einen Hymnus des Heiligen Ambrosius übersetzt – Deus Creator omnium.

Gott, Du bist Schöpfer allen Seins,
des Himmels Lenker, der den Tag
bekleidet mit dem schönen Licht,
die Nacht mit gnadenvollem Schlaf,

daß die erschöpften Glieder ruhn,
um zu erstarken für das Werk,
daß sich erholt der müde Geist
und daß sich Angst und Trauer löst.

Wir bringen dar mit Hymnensang
den Dank für nun vollbrachten Tag,
Gebete zu Beginn der Nacht,
und flehen, daß Du Sündern hilfst.

Der Herzensgrund erklinge Dir,
der Stimme Wohlklang töne Dir,
die keusche Liebe liebe Dich,
Dich bete nüchtern an der Sinn,

daß, wenn den Tag beschlossen hat
die tiefe Finsternis der Nacht,
der Glaube doch kein Dunkel kennt,
und Nacht den Glauben widerstrahlt.

Nicht lasse schlafen das Gemüt,
doch finde Schlaf die Schuld. Dann bringt
der Glaube Kühlung keuschem Sinn,
in Schlafes Hitze Linderung.

Die Herzenstiefe träume Dich,
vom schwanken Sinne losgesagt,
daß nicht durch Feindes Neid und List
die Angst die Ruhenden erschreckt.

Zu Christus und zum Vater lasst
uns flehen und zu beider Geist,
zum Einen, der die Beter nährt –
allmächtige Dreifaltigkeit.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Weiter mit Ambrosius!

Ich habe vor, alle ambrosianischen Hymnen zu übersetzen. Heute stelle ich splendor paternæ gloriæ vor. Sie wurde 1632 überarbeitet; ich verwende die ursprüngliche Version, habe aber die im Barock angefügte letzte Strophe, das Lob der Dreieinigkeit, auch hier mit übersetzt.
In der sechsten Strophe heißt es in der bekanntesten Übertragung: des Geistes klare Trunkenheit. Grammatisch ist das genauer als meine Übertragung, aber mir war es wichtig, sobriam wortgetreu mit nüchtern wiederzugeben. Die hier unvermeidlich weibliche Form nüchterne hätte metrisch nicht gepasst, was eine hoffentlich nicht sinnentstellende Änderung notwendig machte.

Glanz von des Vaters Herrlichkeit,
Du bringst aus Licht das Licht hervor,
des Lichtes Licht, der Leuchte Quell,
Du Tag, den Tag erleuchtest Du.

Du wahre Sonne, die erglänzt
in steter Helle, komm herab,
Du, Heilgen Geistes Himmelslicht,
in unsre Sinne ströme ein.

Zum Vater lasst uns rufen auch,
dem Vater ewger Herrlichkeit,
dem Vater, der voll Gnade herrscht –
Er banne Schuld, die uns verführt.

Entschlossne Taten lehre Er,
Er mache stumpf des Neiders Zahn,
Er stehe bei in hartem Fall,
Er schenke Gnade unserm Tun.

Er lenke das Gemüt als Herr
in einem keuschen, treuen Leib;
der Glaube sei wie Feuersglut,
er kenne nicht Betruges Gift.

Und Christus sei für uns das Mahl,
und unser Glaube unser Trank,
wir laben freudig uns am Geist,
an Trunkenheit, die nüchtern ist.

Geht dann der frohe Tag vorbei,
sei Keuschheit wie das Morgenlicht,
der Glaube wie der helle Tag,
die Dämmrung dem Gemüte fremd.

Das Morgenrot nimmt seinen Lauf,
wie Morgenrot kommt Er heran,
im Vater ist Er ganz der Sohn
und ganz der Vater in dem Wort.

Preis sei dem Vater, unserm Gott,
und Seinem eingebornen Sohn,
dem Heilgen Geist, dem Tröster, auch
jetzt und in alle Ewigkeit.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Wieder ein Hymnus übersetzt!

Er gilt als ambrosianisch, stammt aber von einem Anonymus des 5. Jhs. und ist den Hymnen des Ambrosius nachempfunden. Die letzte Strophe mit dem Lob der Dreieinigkeit ist dem gestern vorgestellten æterne rerum conditor entnommen.

In der dritten Strophe heißt es:

carnis terat superbiam
potus cibique parcitas

– wörtlich: Sparsamkeit an Trank und Speise zermürbt des Fleisches Hochmut. Warum das in der gängigen Übertragung wiedergegeben wurde mit

und gib uns jeden Tag das Brot
für unsre und der Brüder Not

wissen nur Gott, der Übersetzer und der Autor, der mittlerweile über grimmige Autoreneitelkeiten erhaben ist. Die verfälschten Verse ziehen in der folgenden Strophe eine weitere Verfälschung nach sich: mundi per abstinentiam heißt wörtlich rein durch Enthaltsamkeit. Von der Weihe des Tuns steht da nichts. Persönlich finde ich den Aufruf zur Askese nicht zu unanständig, um ihn möglichst treu zu übersetzen.

Schon steigt herauf das Lichtgestirn –
lasst uns zu Gott in Demut flehn,
daß Er uns in des Tages Werk
bewahr vor dem, was Unheil bringt.

Die Zunge halte Er im Zaum,
daß keines Streites Rauhheit tönt;
zur Hege schirme Er den Blick,
daß er nicht Eitelkeiten trinkt.

Rein sei des Herzens tiefster Grund,
auch bleibe fern die Unvernunft;
zerrieben wird des Fleisches Stolz
durch Sparsamkeit in Trank und Mahl,

daß, wenn der Tag vergangen ist
und unser Los bringt wieder Nacht,
wir rein sind durch Enthaltsamkeit
und daß wir singen Ihm zum Preis.

Preis sei dem Vater, unserm Gott,
und Seinem eingebornen Sohn,
dem Heilgen Geist, dem Tröster, auch
jetzt und in alle Ewigkeit.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Eine von acht Hymnen

Ambrosius von Mailand hat sie geschrieben, und es gibt eine bekannte Übersetzung, die ich nicht mag, weil in ihr zu viele Wörter vorkommen.

Ambrosius hat die Sprache ohne ein überflüssiges Wort verdichtet. Ich habe versucht, das nachzuahmen – und bin schon in der ersten Strophe auf die Schwierigkeit gestoßen, daß tempus zwar ursprünglich Zeit heißt, aber auch Jahreszeit und Wetter. Man kann den Vers et temporum das tempora nicht mit der gleichen Eleganz verständlich ins Deutsche übertragen.

Der heilige Kirchenvater ist längst über allen Ärger anläßlich mangelhaften Interpretationen erhaben, und so wage ich, meine Übertragung öffentlich zu zeigen.

Der Dinge ewger Schöpfer Du,
Die Nacht beherrschst Du und den Tag,
Du gibst den Jahreszeiten Zeit
und milderst so den Überdruß.

Des Tages Herold ruft schon aus,
der wachsam ist in tiefer Nacht,
der Nachts den Wanderern ist Licht,
indem er sondert Nacht von Nacht.

Da löst erwachter Morgenstern
den Himmel aus der Finsternis,
da lässt die Vagabundenschar
von unheilvollen Wegen ab.

Da schöpft der Seemann neue Kraft,
und Meereswogen legen sich,
da wird vorm Künder seiner Schuld
der Fels der Kirche selber weich.

So lasst uns aufstehn, tätig sein,
die Ruhenden erweckt der Hahn,
die Schläfrigen ermuntert er,
die Leugner überführt der Hahn.

Vom Hahnenschrei geht Hoffnung aus,
das Heil wird Kranken neu geschenkt,
geborgen wird des Räubers Schwert,
in Sündern wird der Glaube neu.

Jesus, sorg Du für den, der fällt,
und leite uns durch Deinen Blick;
wenn Du sorgst, stehn Gefallne auf,
in Tränen wird die Schuld gelöst.

Du Licht, strahl in den Sinnen auf
vertreibe unsres Geistes Schlaf.
Dir gelte unser erster Ruf,
Dir lösen wir Gelübde ein.

Preis sei dem Vater, unserm Gott,
und Seinem eingebornen Sohn,
dem Heilgen Geist, dem Tröster, auch
jetzt und in alle Ewigkeit.

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , | 5 Kommentare

Meine Katze ist tot.

Katzentod

Katzentod

Die Katzengreisin ist vergangne Nacht
Nach kurzem Todeskampf ganz still verschieden.
Das Futter wurde tags zuvor gemieden,
Die meiste Zeit im Kleiderschrank verbracht.

Wir waren neunzehn Jahre Hausgenossen.
Sie hat mit mir studiert, mit mir geschrieben.
Sie ist in wechselvoller Zeit geblieben.
Nun aber ist die Katzenzeit verflossen.

Es heißt, daß Katzen sieben Leben haben.
Ich hab nur eins. Ich mußte sie begraben.
Nun ist sie fern von Freude und Beschwerde.

Zu Füßen einer schwarzen Katzenleiche
Wächst, handhoch mit drei Blättern, eine Eiche,
Genährt von ungewöhnlich guter Erde.

© Claudia Sperlich

Katzentod

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , | 13 Kommentare

Total patriarchal – Teil I: Priesteramt

Wie beinahe jeder weiß, ist die Kirche patriarchal, und patriarchal ist böse, aber so was von.
Daß meine Meinung hiervon abweicht, ist Lesern dieses Weblogs bekannt. In lockerer Folge werde ich einzelne Punkte, die Bestandteil der katholischen Kirche sind, näher beleuchten – zum Dank dafür, daß in der Regel nicht ich der Kirche, sondern sie mir leuchtet.

Für diesen Artikel dienten mir als Quellen vor allem:
Pater Adrian Kunert SJ
Karl-Leisner-Jugend
Zeugen der Wahrheit – auch wenn die Seiten der ZdW einiges enthalten, was ich mit Skepsis lese, ist der Artikel zum Thema Frauenpriestertum fundiert und sachlich.

Angeblich ist es frauenfeindlich, daß die katholische Kirche nur Männer ordiniert. Ich habe meine Ansicht hierzu in einem langen Prozess des Nachdenkens grundsätzlich geändert; von der Hoffnung auf Frauenordination über das bloße Hinnehmen der Unmöglichkeit bin ich zur Ansicht gelangt, daß die katholische Kirche auch hierin ganz einfach Recht hat. Frauen können, wie Lydia (Apg. 16,14.40) und Priscilla (Apg. 18,2.18f.26; 1 Kor. 16,19; Röm. 16,3-4, 2 Tim. 4,19, hervorragend lehren und missionieren, in Lebensgefahr mutig, klug und liebevoll handeln, und sie sind nach kirchlicher Lehre von Anfang an Männern ebenbürtig an Würde – aber das Priesteramt bleibt ihnen verwehrt. Oder sollte man vielleicht angesichts der Arbeitsbedingungen Geistlicher sagen: Vor dem Priesteramt bleiben sie bewahrt?

Wenn es nur darum ginge, seelsorgerliche, lehrende, missionarische und organisatorische Aufgaben in einer großen Gemeinde mit zahlreichen unzufriedenen, widerspenstigen, besserwisserischen und hochnäsigen Egozentrikern zu meistern, wäre die Frauenordination kein Problem. Die hierfür verlangten Fähigkeiten haben in der Regel auch Mütter, Schuldirektorinnen, Heimleiterinnen und Trainerinnen im Mannschaftssport. Weihe ist jedoch etwas wesentlich Anderes als die Bestätigung einer erlernten Fähigkeit.

Das Priesteramt ist Männern nicht deshalb vorbehalten, weil sie besser, klüger oder frömmer wären als Frauen (sie sind es nicht, und Jesus weiß das). Auch Erwägungen über Zumutbarkeit von Priesterinnen in der Lebenswelt Jesu können keine Rolle gespielt haben. Jesus scherte sich nicht um comme-il-faut und politische Raison, heilte am Sabbat, diskutierte mit einer Samariterin, aß und sprach mit Zöllnern und Dirnen, berief einen Zöllner in den Kreis der Zwölf. Es ist zumindest unwahrscheinlich, daß Er sich bei der Frage des Priesteramts plötzlich von der öffentlichen Meinung beeinflussen ließ.

Der Beruf zum Priester wird nicht gewählt, so wie man einen anderen Beruf wählt, sondern Männer werden zu Priestern von Gott berufen. Das wird nicht grundsätzlich anders dadurch, daß es Fehlinterpretationen gibt, daß vermutlich manche Männer sich für berufen halten, ohne es zu sein, und andere dem tatsächlichen Ruf nicht folgen. Die Weihe bringt dem Empfänger keinen Vorteil – er wird davon nicht frömmer, weiser oder gütiger, und auf ihn wartet kein besserer Himmel als auf andere Christen.

Jesus war Seiner Menschennatur nach ein Mann, und die zwölf Apostel waren Männer. Von Apostelinnen zu sprechen, die es irgendwo gegeben habe, wenn dieser Zwölferkreis um Jesus ausdrücklich und namentlich genannt wird, ist unbiblisch. Jüngerinnen gab es viele, darunter Missionarinnen mit Lehrtätigkeit. Die zwölf Apostel waren Männer. Der Fels, auf den Jesus Seine Kirche baute, ist Petrus, nicht seine Schwiegermutter (die bekanntlich aufstand und diente) und keine andere Frau. Die katholische Kirche versteht die Worte Jesu beim letzten Abendmahl “tut dies zu meinem Gedächtnis” als Begründung des Priesteramtes. Bei besagtem Abendmahl waren aber außer Jesus nur die Zwölf anwesend – nur Männer. Der nach der Auferstehung erteilte Auftrag, Sünden zu vergeben, richtet sich ebenfalls nur an die Zwölf (wobei der zunächst abwesende Thomas das erst eine Woche später erkennt).

Die Absolution kann also nur von Priestern – von Männern! – erteilt werden. Ich habe hierzu früher (vor Internetzeiten, die Suche nach meinen Aussagen hierzu ist zwecklos) geäußert, viele Menschen – auch Männer – würden sich leichter tun, einer Frau zu beichten als einem Mann. Das stimmt sicher, aber es ist kein gültiges Argument. Es kommt bei der Beichte nicht darauf an, daß sie leicht fällt. (Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Gerade da, wo es wirklich hart ist, eine Sünde zu gestehen, wird das Geschenk der Vergebung umso stärker empfunden.) Das läßt übrigens immer noch die Möglichkeit offen, über Begangenes und mögliche Angst vor der Beichte mit der besten Freundin zu sprechen bzw. einander zu ermutigen, den Gang zum Beichtstuhl zu wagen. Auch wenn ganz bestimmt ein Mann in demselben sitzt.

Frauen können vieles, was Männer nicht oder nicht so gut können. Der Auftrag Jesu, zu lieben, Gutes zu tun, zu beten und zu künden geht an alle Menschen. Das Spenden der Sakramente geschieht nur durch Männer. Die Geburt des Herrn geschah durch eine Frau. Wo ist das Problem?

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 17 Kommentare

Ich werde belauert!

Zur Kenntnisnahme allen Seeräubern, Leitern strategischer Innovationen und Leberwürsten sowie allen gutwilligen Lesern.

Meinungsfreiheit ist aber – ja, ein hohes Gut, aber wenn ich meine Meinungfreiheit irgendwie dazu nutze, Glaubensbekenntnisse zu beleidigen oder mich über andere Leute lustig zu machen, muß man dann auch immer die Frage stellen, ja, ob das alles noch von der Meinungsfreiheit gedeckt wird.

Christopher Lauer im ZDF-Morgenmagazin am 18. September 2012

Im ZDF kommt ne christliche Messe. Wie in sonem Gottesstaat.

Christopher Lauer auf twitter am 12. Juli 2015

Was die Verwendung unfreundlicher Wörter angeht, so habe ich weder Schlangenbrut noch übertünchtes Grab gesagt. Und selbst das widerspräche nicht automatisch meiner Religion.

Veröffentlicht unter Allgemeines | Verschlagwortet mit , , , , , , | 20 Kommentare